Fehler im Quellcode: Schwuler Misogynismus

Muschi meets Wolf! Frauenhass und Männerhass, Worte mit denen gerne in Stammtischdebatten um sich geworfen wird – aber was kann eigentlich dahinter stecken? Wir haben uns Gedanken zu dieser Frage gemacht, der Wolf schreibt hier über Frauenhass und den Muschibeitrag über Männerhass findet ihr auf wolf auf tausend plateaus.

 

Nun Bühne frei für Kevin von wolf auf tausend plateaus zum Thema Frauenhass!

Fehler im Quellcode: Schwuler Misogynismus

Auch wenn ich nicht den ersten Stein werfen würde, ohne Sünde ist ja keiner, halte ich mich eigentlich für eine reflektierte und diskriminierungssterile Person, was meine Kommunikationsfähigkeiten angeht. Trotzdem: als schwuler Mann bin ich auf einer seltsamen Position gegenüber Frauen. Ohne es zu wollen, denke ich in sexistischen und damit diskriminierenden und damit misogynistischen Kategorien. Queere akademische Ausbildung hin oder her – das ist kein Freifahrtsschein.

Wen soll ich dafür anklagen?

Weil ich denke, dass wir diskursive Wesen sind und unsere Vorstellungen sich stark aus unserer Erziehung, unseren gesellschaftlich indoktrinierten Vorstellungen und anderen Quellen speisen, erstmal ganz abstrakt:  ALLE. Damit auch die „Frauen“, die „Männer“, die „Gesellschaft“, die „Medien“, auch „mich“.

Zuerst ist mir wichtig, zu definieren, was ich mit Frauenfeindlichkeit meine. Jede Art von Sexismus, das heißt für mich Aussagen, die auf Grund meiner eigenen Interpretation der Genderperformance einer anderen Person stattfinden, ist per se diskriminierend, weil ich meine Konzepte von Geschlecht über die akute und aktuelle Person stelle. Alle Arten von Verallgemeinerungen, die Geschlecht als Achse nutzen, sind sexistisch, weil sie „sex“ (biologisches Geschlecht) zur Grundlage einer Aussage machen. Wer seine Judith Butler gelesen hat, der weiß, dass „sex“ deckungsgleich mit „gender“, dem kulturell konstruierten und performten Geschlecht ist. Es gibt also keine biologische Grundlage, keine Meta-Rechtfertigung außerhalb der kulturellen Sphäre, keine wissenschaftliche Wahrheit über Geschlecht.

Der nächste Schritt meiner Beweisführung ist die Annahme, dass wir in einer patriarchalen Gesellschaft leben, in der Männlichkeit über Weiblichkeit dominiert. Beide Konstrukte werden gegeneinander ausgespielt, noch immer, und Männlichkeit ist per se der Weiblichkeit als überlegen konstruiert. Wenn ich spreche, dann also aus einer männlichen Perspektive und damit einer privilegierten.

Noch weiter Gedacht: Wir alle haben diese Normierungen übernommen, das heißt Misogynismus muss nicht immer von Männern ausgehen – Sexismus kann und ist auch innerhalb der konstruierten Gruppe „Frau“ möglich. Frauen diskriminieren einander aus vielen Gründen: weil sie zu stark von gegenderten Verhaltensweisen abweichen, weil sie ihnen zu stark entsprechen, eine zu weibliche Feministin ist nicht goutiert, eine zu butche Feministin zu sehr Klischee, ad absurdum.

Kurz gesagt: Frauenfeindlichkeit ist eines der Herrschaftskonstrukte unserer Gesellschaft.

Schwuler Misogynismus ist dabei aber eine Sonderform, weil er aus einer Subjektposition heraus kommt, die Weiblichkeit nicht als sexuelles Objekt sieht. Trotzdem funktionieren hier Diskurse von männlicher Überlegenheit, die unreflektiert passieren, weil das Fehlen von sexuellem Interesse am weiblichen Körper unterstellt, frei von Sexismus, wie oben definiert, zu sein.

Durch mediale Repräsentation werden Freundschaften zwischen schwulen Männer und cis-straighten, das heißt mit normativen Setzungen übereinstimmende Genderperformances von Weiblichkeit, als besondere Allianz dargestellt. Kurz gesagt: heterosexuelle Frauen und schwule Männer bekommen die Freundschaft zwischen Fag und Hag als Deutungsangebot.

Dieses Deutungsangebot legt einen besonderen Zugang zum weiblichen Körper, der zwar nicht sexuelles, aber dennoch Objekt sein kann. Welches Recht hat ein schwuler Mann eine Frau anzufassen, mehr als jede andere Person? Man greift niemandem einfach an die Brüste oder an den Arsch oder in den Schritt. Das sind Grenzen, die uns anerzogen wurden, ja, aber die wir oft auch für unsere eigenen Körper ziehen. Würde eine Person, die einer Frau an die Brust grabscht auch einem (straighten) Mann an den Arsch gehen? Die selbst ausgesprochene Unschuldsvermutung, weil frei von sexuellem Interesse, ist nichtig.

Genauso lächerlich ist die Angst vor dem weiblichen Körper, die im Klischee gedacht, tuckig rumgeschrien Kund getan wird. „Iiiih Fotzen!“ Vielleicht sind Vaginas nicht unbedingt mein Lieblingskörperteil, aber sie sind für mich genauso neutral wie, sagen wir Ohren, abgesehen davon, dass sie in der Intimssphäre einer anderen Person liegen. Auch hierfür kann man nicht das Individuum ankreiden, ich will argumentieren, dass es diskursinterne Logiken sind, die da vor sich gehen:

Homosexuelle Männer müssen reiner Weste sein. Das heißt um dem straighten Generalverdacht zu entgehen, müssen sie pur pur pur gay sein. Jedes sexuelle Interesse an einer Frau schickt sie zurück ins straighte Team, es sei denn, sie deklarieren sich selbst als bisexuell. Aus dieser Logik heraus müssen sie sich vom weiblichen Körper abgrenzen, ihn ostentativ ekelhaft finden. Misogynie ist quasi einprogrammiert in die homosexuelle Performance. Der diskursive Gender-Quellcode gibt das so vor.

Ein weiterer Fallstrick ist Hypervirilität. Um nicht als weiblich durchzugehen, werden Übermännlichkeitskonstrukte aufgebaut, die zwar ästhetisch interessant sind, aber wenn zu ernst durchgezogen, nur in Abgrenzung von Weiblichkeit funktionieren. Auch hier sagt der Gender-Quellcode wieder:

(male=”true” female/behavior=”no”)

In einem älteren Text habe ich bereits über die Verquickung von Misogynismus-Vorwürfen und Homophobie hingewiesen. Die These war: Misogynie als Vorwurf gegenüber schwulen Männern hat das Potential eine Strategie zu sein, die von cis-straighten Männern gefahren wird, die versuchen den (popkulturell konstruierten) privilegierten Zugang von schwulen Männern zu Frauen (und damit ihren Körpern) streitig zu machen. Was sich als feministische Allianz tarnt, kann unter umständen, in einer homophoben Keule enden.

So viel Cross-Diskriminierung, so viel Grabenkämpfe zwischen konstruierten Gruppen, da wird einem schnell schlecht und man verliert den Überblick.

Wie kommen wir da jetzt raus? Wie komme ich da jetzt raus?

Ich will hier die Begriffe Frustrationstoleranz und Kollateralschaden einführen. Das sind gefährliche Begriffe, die schnell missbraucht werden können. Sie heißen bei weitem nicht: das wird man wohl doch noch sagen dürfen! Im Gegenteil: in die Praxis übersetzt, will ich damit sagen: Das habe ich gerade gesagt, das war unreflektiert, tut mir leid.

Weil aus einer schwulen Subjektposition heraus der Zugriff auf die Welt per se schon schwierig und anders gelagert ist, als der eine straighten Position, glaubt man sich aus vielen Debatten heraushalten zu können. Es ist ein Trugschluss zu denken, dass nur, weil wir unter Diskrimierung gelitten haben, wir frei von diesen Tendenzen wären. Wichtig ist aber, dass wir unsere eigene Erfahrung dazu nutzen, Empathie aufzubauen.

Schwuler Misogynismus ist also vertrackt und auch schwule Männer sind nicht frei von Sexismus, weil niemand von Sexismus frei ist. Egal wie reflektiert wir sind, solange Geschlecht eine Kategorie ist, werden wir daran entlang definieren und diskriminieren. Die Frage ist allerdings: haben wir eine Frustrationstoleranz, eine Art definitorischen Kollateralschaden, den wir hinnehmen – oder glauben wir, dass wir einen zu großen Puffer haben und nehmen uns zu viel heraus. Heteronormativität ist der Trugschluss aus dem alle anderen Fehler resultieren. Wir sollten den Gender-Quellcode debuggen. Ernsthaft. Die Software läuft offensichtlich schlecht und entspricht der Hardware nicht.

 

>> Was Muschimieze über Männerhass zu sagen hat, könnt ihr hier nachlesen.

Pornoklatsch mit Mimi&Käthe.

Muschimieze

Erlebnispornographie. Ein klangvolles Wörtchen, das eine ganze Menge verspricht, aber wenig erklärt. Wer sind diese beiden Pornodamen, die der Branche ihren klebrigen Schmuddelruf reinpolieren möchten? Mimi und Käthe, schwarzhaarig und bunt bemalt, bloggen seit Oktober vergangenen Jahres über Muschis und andere schöne Dinge (wie zum Beispiel, was man mit ihnen alles so anstellen kann). Wer nun mit Hardcore-Fantasien und verstörendem Porno-Jargon rechnet, der darf die Klischee-Schublade mal gleich wieder zu machen und sich auf die erfrischend unprätentiöse Schreibe der beiden Szenedamen freuen. Ihre sympathisch unkomplizierte Art über die verschiedenen Seiten der gesellschaftlich oft verpönten und nicht zuletzt Männer dominierten „Erwachsenenunterhaltung“ zu berichten, hat ihnen binnen kürzester Zeit viele begeisterte Leserinnen und Leser beschert. Aus lauter Entzückung und Interesse für die Thematik (und nicht zuletzt ihrer unkonventionellen Umsetzung) habe ich mich dazu entschlossen, die beiden Pornomiezen bei mir um’s Eck auf einen Kaffee treffen zu wollen.

Wir wollen zuckersüße Uschis sein.

Durch die dunkel verrauchte Luft der Berliner Bar schwingen vertraute House-Klassiker, als ich mich suchend durch den Raum begebe. Mein Blick trifft den zweier funkelnder Augenpaare. Die dazugehörigen Damen sind exakt so, wie ich sie mir vorgestellt hatte: adrett gekleidet und reizend in ihrer Art. Eis zum Brechen gibt es nicht und so plaudern wir zwischen Zuckerdose und Ohrensessel über Bukkake-Clips und MILF-Traumata.

Mimi&Käthe

MUSCHIMIEZE: Kann Porno die Welt verbessern?

KÄTHE: Porno kann auf jeden Fall die Humorsparte erweitern! Ein entkrampfter Umgang mit Porno kann entspannter und selbstbewusster machen.

MUSCHIMIEZE:  Durch die Flut an Amateurpornos gibt es ja auch schon längst keinen gängigen Stereotyp Frau mehr (Blond, Silikon, Schlank), durch den man sich unter Druck gesetzt fühlen könnte. Kann einen das als Frau vielleicht sogar selbstbewusster machen?

MIMI: Um eins mal ganz klar zu sagen: die Amateurpornografie hat die Pornofilm-Industrie kaputt gemacht und ist unter anderem Schuld daran, dass heutzutage kaum noch Budgets zur Verfügung stehen. Fürs eigene Selbstbewusstsein mag es aber durchaus positive Auswirkungen haben, dass vor allem in der Amateurpornografie eben „die Frau von nebenan“ dargestellt wird.

MUSCHIMIEZE: Ihr sprecht also von Porno, wie beispielsweise auf dem Pornfilmestival hier in Berlin gezeigt wird?

MIMI: Das Pornfilmfestival ist definitiv nicht Porno! Das sind für mich alles Kunstfilme, bei denen halt auch gebumst wird. Da sitzen dann diese oft lustfeindlichen, zugeknöpften, semi-intellektuellen Typen, die da nicht für „Pornos“, sondern für die Diskussion danach hinkommen.

KÄTHE: Wie gesagt, die Pornoszene in Deutschland ist so gut wie tot. Kein Budget, zu viele Amateure. Lukrativ ist das bestimmt nicht.

MUSCHIMIEZE: Hat Porno Grenzen?

KÄTHE: Ja! Die habe ich bei nächtelangen MILF-Recherchen kennen gelernt! (lacht)

MIMI: Heute leidet sie darunter! (lacht)

KÄTHE: Also mal im Ernst, Porno darf eine ganze Menge. Aber dieser Inzest-/Teenienummer kann ich einfach nichts abgewinnen. Auch wenn das alles nicht echt ist und ich weiß, dass der Papa da nicht seine Tochter vögelt, finde ich nicht, dass solche Gedankengänge bei den Konsumenten noch unterstützt werden sollten. Aber es gibt ja auch noch einen Unterschied zwischen richtigen Tabus und Dingen, die mir nicht gefallen. Missbrauchs-Szenen, wo Autoritäten ausgenutzt und Schutzbefohlene vergewaltigt werden sind etwas anderes, als wenn jemand mit Fäkalien spielt. Scheiße tut ja keinem weh, auch wenn sie mich echt nicht anmacht.

Mimi&Käthe

MUSCHIMIEZE: Hattet ihr jemals Berührungsängste mit Pornos?

KÄTHE: Nein, eigentlich nicht. Ich hatte nur nie Freunde, die mit mir welche schauen wollten!

MIMI: Solche Freunde hatte ich schon! Ich fand Pornos schon immer spannend und interessant. Erst waren es die „Emanuelle“-Bildchen in der „Hör Zu“ der Omma, später hatte ich einen Freund mit einer Pornosammlung – das kannst du dir nicht vorstellen! Da habe ich auch meine Vorliebe für Bukkake-Videos entdeckt, weil die Mädchen danach immer so niedlich gelacht haben. Ich kann‘s aber auch verstehen, dass es einem vielleicht auch anders gehen kann und Porno erstmal verunsichert.

KÄTHE: Ja, da sieht man auf einmal diese Mädchen, die Dinge tun, die man selber vielleicht gar nicht machen würde.

MIMI: Aber man kann definitiv davon profitieren, wenn man sich darauf einlässt. Einfach mal ausprobieren und sich selber kennen lernen. Herausfinden, was man mag und was eben nicht – locker und mit Humor. Es ist immer so leicht Dinge einfach kategorisch abzulehnen, anstatt sich mal mit ihnen auseinanderzusetzen.

KÄTHE: Wenn ich mitbekomme, dass mein Freund Pornos schaut, dann scheint da ja ein bestimmtes Interesse zu bestehen. Ich verstehe nicht, warum viele Frauen das so dramatisieren – anstatt sich mal dazu zu setzen und herauszufinden was ihn daran reizt.

MIMI: Klar, solang es dich stört, macht es ja auch etwas mit dir. Daran sollte man arbeiten und herausfinden, was genau das Problem ist – anstatt Pornos generell mies zu machen. Alle wollen immer so emanzipiert sein, aber anstatt zu lamentieren und sich bedroht zu fühlen, könnte man sich ja auch einfach mal in dieses Gebiet selber vorwagen.

MUSCHIMIEZE: Ihr sprecht da ja durchaus auch einen wunden Punkt an, polarisiert ihr mit eurem Blog? Wie sind da die Reaktionen?

KÄTHE: Nö, überhaupt nicht eigentlich. Wir wollen ja auch die Muddis ansprechen, die Pornos eigentlich schrecklich finden und sie da ran führen. Und das geht auch auf! Viele dieser Frauen schreiben uns, dass sie viel zu lachen haben.

MIMI: Das liegt aber auch an unserer Art, die Dinge zu vermitteln. Wir sind nicht so, wie man es vielleicht aufgrund unseres Porno-Mottos von uns erwarten würde. Wir sind süß und überhaupt nicht rotzig. Wir wollen auch nicht schocken, sondern lieb sein. Wir wollen zuckersüße Uschis sein.

KÄTHE: Das geschieht auch immer so ein bisschen vor dem Hintergrund: ich will Mama die Texte vorlesen können, ohne dass sie im Erdboden versinkt oder meint, sich auf Familienfeiern schämen zu müssen.

MUSCHIMIEZE: Das ist natürlich eine schlaue Herangehensweise, um die Mutti-Zielgruppe zu erreichen!

KÄTHE: Nein, in dem Fall ist es einfach die Angst vor meiner Mama! (lacht)

MIMI: Porno ist eben ein heikles Thema. Es wäre so einfach allen auf die Füße zu treten und zu sagen: hier, staunt! Es ist eine größere Herausforderung zu versuchen, den Leuten unsere Begeisterung für dieses Thema nahezubringen und sie so anzufixen. (lacht)

MUSCHIMIEZE: Die Muttis sind also mit euch zufrieden, wie ist so das männliche Internetecho? Ihr zieht mit eurem Porno-Blog doch bestimmt auch ein Klientel an, das eigentlich ganz andere Intentionen hat, als süße Texte zu lesen…

KÄTHE: Na, es gibt da natürlich immer so Spezialisten. Aber die sind meistens ganz nett.

MIMI: Nett?! Das seh‘ ich aber anders! Neulich hat mich einer einfach so gefragt, ob ich ein Schwanzfoto von ihm haben möchte.

KÄTHE: Das hätte man aber auch missverstehen können. Du hast kurz vorher in einem Artikel geschrieben, dass du Schwanzfotos sammelst. Vielleicht dachte er, er macht dir eine Freude?

MIMI: Aber das ist doch keine Art, sowas einfach so zu fragen. Ich lege Wert auf Etikette.

KÄTHE: Wenigstens hat er vorher gefragt und nicht einfach eine Panoramaaufnahme geschickt!

MUSCHIMIEZE: Die Frauen finden euren Blog also gut und die Männer…?

MIMI: … finden uns auch gut. Manche verstehen aber nicht, was wir da eigentlich machen. Die ziehen es gar nicht erst in Erwägung, dass wir keine Cam-Girls, Escort-Ladys oder Pornodarstellerinnen, sondern Journalistinnen sind! Und wenn man ihnen das erklärt, werden manche pissig. Du kannst im Porno-Bereich eben auch als Frau eine andere Rolle einnehmen, Frauen müssen nicht zwangsläufig auf die Jobs der Darstellerinnen reduziert werden. Wir finden es toll, was diese Frauen machen, aber das sind eben nicht wir.

MUSCHIMIEZE: Ihr macht was ihr wollt, manche finden‘s gut, andere verstehen es nicht. Wie steht ihr beispielsweise zur Pornokritik aus Richtung Alice Schwarzer, die ja bereits in den 80er Jahren eine Anti-Porno-Kampagne ins Leben gerufen hat.

KÄTHE: Also ich kann grundsätzlich erstmal nichts nachvollziehen, was in letzter Zeit von Alice Schwarzers Seite aus kommt.

MIMI: Ich finde auch einiges schwierig, was von feministischer Seite aus kommt. Ich lasse mir meine Sexualität doch nicht von außen regulieren – weder von Männern, noch von Frauen. Solange ich Lust auf etwas habe, ist alles okay.

KÄTHE: Was hingegen nicht okay ist, wenn Alice Schwarzer ihre mittelmäßig ausgelastete Libido auf ganz Deutschland projiziert. Als Maßstab dafür, was Frauen zu gefallen hat und was nicht.

MIMI: Ein beliebtes Argument contra Porno ist ja auch immer wieder, dass nicht alle Pornodarstellerinnen ihren Job freiwillig machen würden. Und das ist schlichtweg falsch. Ich rede jetzt von professionellen Produktionen und nicht davon, was auf irgendwelchen Hinterhöfen oder in Kellern passiert. Ich habe jahrelang Erfahrungen in der Branche sammeln können und die Filme die da hergestellt werden, sind für ein ganz normales Mainstream-Publikum gedacht und nicht für den perversen Außenseiter, der darauf abgeht, wenn Frauen für diese Art von Filmen missbraucht werden. Der normale Pornokonsument möchte eine Frau sehen, die Lust auf das hat, was sie da tut. Und das merkt man den Frauen eben auch an. Da braucht man niemanden von außen, der da irgendwas reguliert – jede Frau hat ihre eigenen Grenzen und die werden bei den professionellen Produktionen, mit denen wir uns beschäftigen, auch eingehalten.

KÄTHE: Außerdem wird immer nur von der Abwertung von Frauen gesprochen – dabei gibt es zahllose Beispiele von Filmen, in denen Männer erniedrigt werden. Machen die so eine Welle? Wir waren bei einem Hardcore-Dreh dabei, wo es hieß, dass die „Damen wie verdammte Königinnen“ behandelt werden sollten. Und dem wurde auch entsprochen. Als es dann zur Sache ging, haben die männlichen Darsteller schon fast verunsichert vorher gefragt, ob sie denn anfangen dürften.

 

Wenn ihr jetzt Lust auf mehr Mimi&Käthe bekommen habt, dann ist meine heutige Muschimission geglückt und ich empfehle wärmstens, diese beiden bezaubernden Damen auf ihrem Blog zu besuchen.