Miezes Monatsrückblick #2

 Pink für alle! Glitzer für alle! Eier für alle!

In der Petition „Eier für alle“ fordert Pinkstinks die Geschäftsführer von Ferrero dazu auf, ihr Konzept für die neuen Überraschungseier zu überdenken. Nachdem bereits 2012 eine Petition gegen eine rosa Version des Schokoladenklassikers gestartet worden ist, wurde nun wieder ein Überraschungsei auf den Markt gebracht, das fragwürdige Geschlechterstereotype reproduziert. Warum sollen Jungen nicht auch nach rosa greifen dürfen? Geschlechterspezifische Spielsachen gehen mir schon lange auf die Nerven. Das einzige, was Jungen und Mädchen voneinander unterscheidet ist ihr Geschlechtsorgan. Dieses brauchen sie bekanntlich nicht zum Spielen oder Schokolade essen. Warum sollen sie sich schon vor der Pubertät in einem dualistischen Geschlechtersystem einordnen (beispielsweise als „Spielerfrau“ oder „Fashionista“, wie auf einem älteren Eiermodell angepriesen)? Wer sich für das Thema interessiert, dem kann ich den Beitrag „Mit Rosa assoziiere ich Zucker, niedlich, süß …“ von dem Blog „Ich mach mir die Welt…“ empfehlen.

Tussikratie-Bucherscheinung

„Tussikratie: Warum Frauen nichts falsch und Männer nichts richtig machen können

Noch hatte ich keine Gelegenheit einen Blick in das Buch vonTheresa Bäuerlein und Friederike Knüpling zu werfen. Sind die Forderungen von vielen Feministinnen angebracht oder nur die Auswüchse von machtbesessenen „Karriereweibchen“ die ohne Rücksicht auf Verluste ihren eigenen Interessen nacheifern? Autorinnen geben sich diplomatisch: ja, es gäbe zwar Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern, aber die Art und Weise wie dagegen vorgegangen werde sei zu überdenken. Der Spiegel äußert sich positiv. Man müsse zwar nicht immer die Meinung von Bäuerlein und Knüpling teilen, aber allein der Versuch die Geschlechterdebatte ein wenig zu entkrampfen sei schon zu begrüßen. Tatsächliche lesen sich die Thesen zum Buch zur Abwechslung mal erfrischend entspannt. Ob sie jedoch tatsächlich eine ausreichend reflektierte und nicht vielleicht auch zu sehr generalisierende Meinung über die Anliegen des Genderdiskurs wiedergeben wird sich wohl erst beim selber lesen zeigen.

Klischee-Feministin? Klischee-Feminist?

Schilder-Aktionen kennen wir ja nun schon zu Genüge. Sei es die Frage, warum wir Feminismus brauchen oder weshalb junge AfD-Wähler und Wählerinnen dieser „Ideologie“ abschwören – Menschen, die sich prominent ein Meinungs-Schildchen vor die Brust halten, sehen wir im Netz zur Zeit an jeder Ecke. Obwohl mein Internet-Auge also schon an diese omnipräsenten Anblick gewöhnt war, vermochte die hier vorgestellte Aktion es jedoch trotzdem zu überraschen. Auf der Seite „McGill Law Feminists“ zeigen sich die unterschiedlichsten Menschen mit ihrem persönlichen Feminismus-Tag und versuchen somit nicht nur diesem vorurteilsbehafteten Wörtchen, die abschreckende Wirkung zu nehmen, sie zeigen auch die Bandbreite der Menschen, die sich selbst als Feministinnen und Feministen bezeichnen würden. Wie jetzt? Das sind alles gar keine kinderlosen, deutschen, frigiden Frauen? Musilma? Männer? Mütter? Verheiratete? Komisch. Da hat die AfD wohl einiges falsch verstanden…

„Nur weil du mein Album für 12$ gekauft hast, heißt das nicht, dass du mich fingern darfst.“

Die australische Musikerin Iggy Azalea möchte nicht mehr crowdsurfen. Auslöser dafür sind ihre „Fans“, die auf Konzerten versuchen sie zu fingern. Ja, richtig gelesen. Dies wird im Internet bereits vor den Shows angekündigt, oder direkt vor Ort versucht. Die Rapperin hat da keine Lust mehr drauf. Sie leitet dieses Verhalten von ihren knappen Bühnenoutfits und den von ihr performten Songs wie „Pussy“ ab. „Die Leute denken, dass ich eine Schlampe wäre und darauf stehen würde“. Nun. Viel bleibt dazu wohl nich mehr zu sagen.

 Tu‘ es nicht mit Russen!

In der Ukraine sorgten junge Aktivistinnen für Schlagzeilen, als sie als Reaktion auf den Krim-Konflikt forderten, dass ukrainische Frauen aus Solidaritätsgründen nicht mehr mit russischen Männern in die Kiste hüpfen sollten. Die Facebook-Fanzahlen der Gruppe steigen stetig und die Erlöse aus T-Shirt-Verkäufen kommen der ukrainischen Armee zugute. Die Initiatorinnen wollen provozieren und so Aufmerksamkeit auf die Problematik ziehen. Bleibt die Frage, wie sinnvoll das Ganze ist. Eine „Kauft nicht beim Juden“-Assoziation drängt sich mir auf. Heiligt hier der Zweck die Mittel? Oder ist die Kritik aus Russland, dass nicht alle russischen Männer pauschal für ihre Landsmänner in der Krim in „Sippenhaft“ genommen werden können, berechtigt? Heikles Thema, schwer von aussen zu beurteilen, aber die Stigmatisierung eines gesamten Volkes kann eigentlich nie gut sein.

 Hier findet ihr die Facebook-Seite der Aktivistinnen.

 Feindbild Mutterglück

Der Tagesspiegel veröffentlichte einen Artikel über die Tücken der Mutterschaft in unserer heutigen Gesellschaft. Die Autorin Antje Schmelcher nimmt uns mit auf eine Reise durch ihren einstigen Berufs- und späteren Muttialltag.

Mich stört es schon lange, dass einem als Feministin schnell unterstellt wird, man würde vom alten Kinder-Küche-Kirche-Sinnbild zum neuen Kinder-Kita-Karriere-Entwurf diktieren.

 Bildungsplan-Proteste finden kein Ende

In Stuttgart hat sich erneut ein Haufen desorientierte Eltern zu Protesten gegen die Sexualisierung ihrer Kinder durch den geplanten Bildungsplan zusammen gefunden. Moment mal, welche Sexualisierung eigentlich?

„Na, diese… Sexualpraktiken… das ist doch nichts für Kinder!“

– Richtig, um Sexualpraktiken geht es ja hier auch nicht, sondern um Lebensformen…

„Aber, aber… diese Schwulen… machen… mir… Angst…“

– Siehste, hätte es die Reform mal schon zu deinen Zeiten gegeben, Herzchen.

 

Muschimieze hat bereits ihre Meinung zum Bildungsplan-Drama formuliert. Zum entsprechenden Artikel geht es hier.

 

Weitere Links

Ein Artikel über Brüste. Und wie man mit ihnen umgehen sollte. (sammeln und stapeln)

Petition zur Jungenförderung (Science Files)

Sexismus-Debatte: Brüderle sieht sich als Opfer einer Medienkampagne (Spiegel Online)

 

 

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