Mythos Männerhass. Punkt. Fragezeichen.

Jede Revolution fordert ihre Opfer. Im Zeit-Interview erklärt Femen-Anführerin Schewtschenko das Matriarchat zum Ziel aller feministischen Bemühungen – den Weg dorthin sollen blutendende Männer säumen, denn eine Revolution sei nun mal brutal. Freiheit, Gleichheit, Brüderlich-, äh Schwesterlich-… ja, was jetzt eigentlich? Der Kampf für Frauen ist für viele gleich zu setzen mit einem Kampf gegen Männer, gegen Sex, kurz gegen alles was Spaß macht. „Männerhass!“, ein Wort mit dem niemand in Verbindung gebracht werden möchte. Die wohl größte Fessel der Frauenbewegung, wirkungsvoll abschreckend – wer braucht schon Argumente, wenn es Stempel gibt, die sich keine aufdrücken lassen möchte. Es ist außerdem ein Wort, das ich noch nie aus einem aufgebrachten Frauenmund, dafür aber schon allzu oft den Chören gekränkter, weißer, heterosexueller, verletzter Männergruppen entnehmen durfte. Gibt es diesen universellen, alles vernichtenden Männerhass überhaupt? Frisst die Revolution ihre eigenen Kinder? Statt Männerherrschafft eine Damentyrannei – ich sehe lodernde Fackeln und aufblitzende Guillotinen an meinem inneren Auge vorbeiziehen. Oder ist der vermeintliche Mythos doch bittere Realität, die durch die lila Brille zu schnell verkannt wird? Ich begebe mich auf die Suche nach diesem „Männerhass“. Passenderweise existiert das schlau klingende Synonym „Misandrie“ erst seit gut zwei Jahrzehnten, für sein Pendant den Frauenhass, gab es schon längst den Fachbegriff „Mysoginie“. Denn es waren schliesslich nicht die Männer, die systematisch unter Ausschluss zu leiden hatten und auch Frauen, die aus blankem „Männerhass“ heimtückisch morderten und vergewaltigten, machten sich in unserer Geschichte rar. Dennoch hält sich der Hass-Vorwurf hartnäckig und vor dem Hintergrund feministischer Aussagen, wie der von Schewtschenko, ist dieser wohl auch nicht immer direkt von der Hand zu weisen. Verzweifelte Distanzierungsversuche sind oft die Reaktion.

„Mein Mann ist nicht mein Klassenfeind, sondern der Fels in meiner Brandung!“, erklärt das geistreiche Schild einer jungen AfD-Wählerin, die vor lauter Naivität strotzend schon fast bemitleidenswert in die Handykamera schielt. Das können wahrscheinlich die meisten Frauen so unterschreiben. Denn wer ist schon mit seinem Feind zusammen. Vielleicht jene Frauen, die unter häuslicher Gewalt zu leiden haben? Müssten die ihren Mann, und somit stellvertretend womöglich alle Männer, nicht für das ihnen alltäglich bescherte Martyrium hassen? Das können wohl die Frauenhäuser verneinen, denn die meisten Frauen kehren zu ihren Peinigern zurück, verzeihen alles und geben sich noch selbst die Schuld. Stockholm-Syndrom at it‘s best, die fachgerecht domestizierte Hausfrau bleibt eben beim Herrchen. Die Frage drängt sich auf: dürfen Frauen überhaupt hassen? Diese liebevollen, verständnisvollen, empathischen, makellosen Geschöpfe? Ist weiblicher „Hass“ genetisch überhaupt möglich, evolutionär vorgesehen, geschweige denn gesellschaftlich gewollt? Natürlich nicht, schreien diejenigen, die sich selber nie als Feministinnen bezeichnen würden! Denn, so habe ich es genau aus diesen ach so männerfreundlichen Mündern schon allzu oft gehört, würden Frauen die Welt regieren, gäbe es keine Kriege mehr, keine Gewalt und kein Leid. Frauen können alles – und das auch noch gleichzeitig (Multitasking und so)! Männer, diese triebgesteuerten, machtbesessenen, untreuen Machos sind alle gleich – entweder besetzt oder beschissen. Er muss ein Gentleman sein, Rechnungen zahlen, Türen aufhalten und in Mäntel helfen, gut verdienen und größer sein. Wenn er einen sexistischen Witz reisst (denn er denkt ja bekannterweise immer nur an das Eine), gibt es verbal auf die Fresse, während die Dame selbst gern mal neckisch Hand anlegt. Ein Klaps auf den Po ist doch schon ok – kann ein Mann überhaupt sexuell belästigt werden? Wahrscheinlich nicht und wenn, dann kann er es gut wegstecken oder steht er doch insgeheim drauf. Ein Mann ist kein Opfer. Er ist immer nur der Täter. Stichwort Beziehung. Stichwort Kriminalität. Ja, Stichwort Wirtschaftskrise. Denn Hochmut kommt vor dem Phall.

Jetzt mal im Ernst, einen Männerhass, wie wir ihn vom Frauenhass kennen, lässt unsere patriarchalisch strukturierte Gesellschaft nicht zu. Diskriminierungen und Benachteiligungen, resultierend aus nicht zuletzt medial künstlich geschürter Angst und geschlechtsspezifischer Stigmatisierung, hingegen schon. Vorurteile und Ablehnungen die auch Männern aufgrund ihres Geschlechts entgegengebracht werden, finden im öffentlichen Diskurs kaum oder gar kein Gehör. Ein männlicher Babysitter oder Erzieher ist irgendwie komisch, „der soll mein Kind bloß nicht anfassen“. Der böse (schwarze) Mann ist der Grund, weshalb jugendliche Mädchen abends von Mutti nach der Party abgeholt werden und gleichaltrige Jungen „schon allein zurecht kommen“. Männer haben keine Ahnung von Mode, Erziehung, Kindern und Liebe und sind eigentlich doch alle gleich.

#Aufschrei hat vielen Frauen die Plattform gegeben, sich auszusprechen und Gehör zu finden. Ein wichtiger Hashtag, der die gesamte Bevölkerung für Sexismus gegen Frauen sensibilisiert hat – doch es gibt kein männliches Pendant dazu. Männerfeindliche Witze werden belächelt und selbst körperlich missbrauchte Männer noch verspottet und kritisch beäugt. „Frauen und Kinder zu erst!“, hieß es nicht nur auf der Titanic – Frauen werden zwar glorifiziert, aber in einem Abwasch auch entmündigt. Die wertende Unterscheidung zwischen den Geschlechtern hat Ungerechtigkeiten auf beiden Seiten zur Folge und patriarchale Systemstrukturen machen den mordenden Frauenhass (wie wir ihn aus Funk und Fernsehen ja zu Genüge kennen) erst möglich. Daraus resultiert teils berechtigte, teils überzogene Angst und Ablehnung gegenüber dem dominierenden Geschlecht, das nicht nur genauso viel Wert, nein, eigentlich auch genauso schwach oder stark, intelligent, dumm, emphatisch oder kaltherzig sein kann wie das „Schwache“. Die Antwort darauf kann wohl kaum ein negatives Abziehbild namens „Matriarchat“ (und sei es durch Schewtschenko auch noch so ironisch gefordert worden) sein. Das Problem ist nicht „der Mann“ oder „die Frau“ (ja ich weiß, das binäre Feindbild ist immer so schön bequem), sondern die Schubladen in unseren eigenen Köpfen, die nicht mehr zugehen wollen, wenn sich auf einmal Individuen voneinander abgrenzen und nicht mehr nur ihre Geschlechterrollen. Männer und Frauen eint mehr, als sie entzweit. Es könnte alles so einfach sein. Wenn wir aufhören würden kleinen Mädchen Puppen und kleinen Jungen Kriegsspielzeug in die Hand zu drücken. Wenn wir aufhören würden, „schwul“ und „Mädchen“ als Schimpfwort zu verwenden. Wenn wir aufhören würden, uns über weibliche Handwerkerinnen und Vollzeitpapas zu wundern. Wenn wir aufhören würden, fremde Erwartungen zu erfüllen und stattdessen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Wenn wir aufhören würden die Unterschiede zu suchen und anfangen würden, die Gemeinsamkeiten zu sehen. Wir. Nicht er oder sie, du oder ihr. Wir.

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19 thoughts on “Mythos Männerhass. Punkt. Fragezeichen.

  1. Was genau möchtest du mit dem Artikel sagen? Welche Passagen sind ironisch oder sarkastisch? Mir fällt es schwer den Text zu ergründen, dabei aber behandelt der ein wichtiges Thema…

    1. Weißt du was ich vermute? Dir fällt es schwer diesen Text zu ergründen, weil du mich aus einem anderen Kontext kennst und eine ganze Menge Vorurteile mitbringst. („Eine „Feministin“* die sich FÜR Männerangelegenheiten ausspricht?! Das kann ich ja nur falsch verstanden haben!“ 😉 )
      Aber mich freut es umso mehr, dass du auf den Text gestossen bist!

      Kurzfassung (simpel und ironiefrei!):
      – Ich kritisiere, dass viele Frauen sich einerseits nicht als Feministinnen bezeichnen würden (da ja angeblich gegen Männer), sich selber aber gegenüber vielen Männern dennoch nicht korrekt verhalten (da einseitige Erwartungshaltung). Meine Interpretation des Feminismus beinhaltet auch, von einem Mann eben nicht zu erwarten, dass er einem bestimmte Sonderleistungen erfüllt („Gentleman“, „Versorger“ etc.) und ihm auch die gleichen Standards einräumt, die man selber gerne hätte (sich also auch einem Mann gegenüber nicht sexistisch zu verhalten, ihn nicht einfach anzufassen oder zu bedrängen, Geschlchterstereotype in Witzen aufzugreifen etc.). Ich finds einfach albern, wie manche Frauen sich hysterisch gegen den Feminismus wehren (aus „Männerfreundlichkeit“) und sie im gleichen Atemzug ungerecht behandeln.

      – Ich kritisiere die Rolle des Mannes in unserer Gesellschaft als der ewige Täter. Ich bin der Auffassung, dass die „Mann=Täter“ und „Frau=Opfer“ Problematik Hand in Hand geht. Männer sollten nicht immer nur als Täter und Frauen nicht immer nur als Opfer dargestellt werden.

      – Mich nervt es, dass Frauen oft glorifiziert werden, da dies einerseits eine Ungerechtigkeit dem Mann gegenüber darstellt und sie andererseits selbst entmündigt. (Stichwort: „Frauen und Kinder zuerst“ << Warum ist das Leben eines Mannes weniger wichtig als das Leben einer Frau? bzw. warum kann sich die Frau nicht alleine helfen und ist zwingend auf die Hilfe anderer angewiesen?).

      – Ich finde es nicht in Ordnung, dass man Mädchen und Jungen oft eine unterschiedliche Form der Fürsorge zukommen lässt. Warum werden Mädchen nachts irgendwo abgeholt, während die Jungs "schon alleine zurecht kommen" ? Ich finde, auch Jungen sollte Schutzbedürftigkeit zugesprochen und anerkannt werden. Außerdem sind auch Mädchen nicht aus Zucker und sollten nicht aufgrund ihres Geschlechts mehr als ein Junge umsorgt oder "in Watte gepackt" werden.

      – Ich finde es traurig, dass Männer immer noch nicht ernst genommen werden, wenn sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt worden sind. Das ist für mich eins der vielen Puzzle-Stücke der Ungerechtigkeiten, von denen beide Geschlechter betroffen sind. Solche Ungerechtigkeiten sind in meinen Augen das Ergebnis von Geschlechterstereotypen und deshalb gilt es diese, meiner Meinung nach, auch zu überwinden.

      – Ich finde es nicht gut, dass Männer es teilweise schwer haben, sich in nicht "typisch männlichen" Berufen zu etablieren. Warum werden männliche Kindergärtner schief angeschaut ("potenzieller Triebtäter" = üble sexistische Denkweise)? Ich finde es traurig, dass Männer auch nicht selten etwas von ihrer "Männlichkeit" einbüssen müssen, wenn sie eben nicht den 0815-Erwartungen entsprechen, bzw. einfach eine andere Lebensplanung für sich anstreben. Ich finde Schimpfworte wie "Weichei", "Waschlappen", "Schwuchtel", "Mädchen" etc. absolut daneben, weil sie im Prinzip beide Geschlechter abwerten.

      *Wobei ich mich nicht nur in erster Linie als Feministin sehe.

      1. Hallo Muschimiezzze (ist das richtig so?)
        All diese Punkte, mit denen ich weitgehend konform gehe, haben genau eine Ursache gemeinsam. Traditionelle festgefahrene Geschlechterstereotype vom starken Mann/schwacher Frau. Diese Bilder sind es, die Männern keine Schutzbedürftigkeit/Verletzlichkeit zugestehen und sie als Opfer verhöhnen, die Opfer sexualisierter Gewalt mit einem höhnischen Grinsen quittieren und sie verharmlosen, die Frauen sagen, dass sie wegen ihres Frauseins bestimmte Dinge nicht können, die Frauen und Männer aus bestimmten Berufsfeldern heraushalten wollen, „weil das eben nichts für sie ist“, wo „schwul“ und „Mädchen“ ein Schimpfwort ist.

        Solange dieser sexistische Müll nicht aus den Köpfen ist, sondern von Feminismusgegnern, Traditionalisten, religiösen Fundis und auch von Feministinnen, die meinen, dass Männer niemalsnicht irgendwelche realen Probleme haben können, immer weitergetragen wird, wird das auch so bleiben.

      2. „All diese Punkte, mit denen ich weitgehend konform gehe, haben genau eine Ursache gemeinsam. Traditionelle festgefahrene Geschlechterstereotype vom starken Mann/schwacher Frau.“ << sehe ich exakt genauso. Finde es nicht nachvollziehbar, dass das vielen so unverständlich ist. Auf der einen Seite wird von vielen Maskulisten kritisiert, dass Männer die tendenziell gefährlicheren Jobs haben – auf der anderen Seite wollen sie Geschlechterstereotype nicht durchbrechen und verstehen nicht, warum Feministinnen sich z.B. gegen Werbung aussprechen, die ein "typisches Mädchenbild" suggerieren. Das geht doch alles Hand in Hand und benachteiligt Frauen UND Männer.
        Habe mich schon in einigen Posts damit auseinandergesetzt, u.A. hier: https://muschimieze.com/2014/03/01/die-angst-vor-der-frau-im-mann/

      3. @Onyx: Es sind auch und vor allem FeministInnen, die den Blick auf Männer als Opfer von (sexueller) Frauengewalt blockieren.

        @Muschimiezze, wenn Du nach Männerhass gesucht hast, aber nicht fündig geworden bist, leidest Du sehr stark unter selektiv-verzerrter Wahrnehmung.

      4. @Roger:
        Wenn das alles ist, was du aus dem Artikel mitgenommen hast, kann ich den Vorwurf mit der „selektiv-verzerrten Wahrnehmung“ nur zurückgeben 😉

      5. @ Roger
        Solltest du lesen können, hättest du doch sehen müssen, dass ich auch Feministinnen hier kritisiere. Du hingegen scheinst wohl alles andere auszuklammern.

        @ Muschimiezzze
        Danke für den Lesetipp. Sehr interessant.

      6. @Onyx: Deine Argumentation àla „Wenn ihr diese Misstände für Männer beseitigen wollt, müsst ihr den Feminismus unterstützen“ ist durchschaubar. Denn im Feminismus gibt es keine einzige Richtung (mit Ausnahme des „Equality Feminism“, welche männliche Not thematisiert, und zweitens werden männliche Opfer noch verhöhnt (Stichwort: „Male Tears“). Diese Argumentation nach dem Muster „Das Patriarchat ist auch schlecht für Männer, also schließ‘ dich dem Feminismus an“ ist nicht mehr als ein rhetorisch-strategisches Manöver, wovon Männer schlussendlich exakt gar nichts haben.

  2. Ach Roger… komm mal aus deinem Kopf raus. Dein schwarz-weiss-Feindbilddenken nützt auch keinem.

  3. @Roger

    “Das Patriarchat ist auch schlecht für Männer, also schließ’ dich dem Feminismus an”

    Ich sehe nicht, wo Onyx das geschrieben hat. Sie steht dafür, dass Männer und Frauen aus ihren von ihnen erwarteten Geschlechterrollen ausbrechen und frei leben sollen wie sie möchten, das bedeutet aber nicht automatisch, dass man sich zum Feminismus gekennen muss. Ich bin ebenfalls kein Fan von starren Rollenverhältnissen, und trotzdem sehe ich mich nicht als Feministin. Onyx und auch Robin verstehen und akzeptieren das, es sind nämlich nicht sie, sondern diverse Antifeministen, die mir den Stempel „Feministin“ aufdrücken, wenn ihnen meinen Standpunkt nicht passt.

  4. Liebe muschimiezze,

    man wird mit den Jahren und der Lebenserfahrung misstrauisch. Nachdem was ich sehe und erlebe ist feminismus die Idee, ein Geschlecht auf allen Ebenen zu fördern um somit Gleichberechtigung herzustellen. Wenn ich das weiter denke, heißt das nichts anderes als das ich zum Adel dieser Gesellschaft gehören soll, dem überall der rote Teppich ausgerollt wird, nur weil ich einen Penis habe. Ebenso das muschis strukturell von mir und meinen mitpenissen unterdrückt werden. Das entspricht jedoch nicht meiner Lebenserfahrung.

    Daher bin ich halt misstrauisch, wenn ich einerseits lese, dass Frauen durch Sexismus strukturell keingehalten werden (von einem ominösen Gesellschaftssystem das aber nicht durch Männer getragen wird), während Sexismus bei Männern die absolute Ausnahme sei. In den neunzigern war das Argument einen menschen moralisch zu vernichten der Antisemitismusvorwurf. Das hat sich mittlerweile geändert, wenn einer sexistisch bzw. Homophob äußert ist der durch. Dabei spielt es keine Rolle, ob er es tatsächlich auch ist. Hauptsache draufgehauen. Es sind viele männerfeindliche aussagen hochrangiger Politiker bekannt, schadet es ihnen? Eher nicht. Wie sieht es im Alltag aus? In der Diskussion um die Geschlechter? Die übelsten stereotype können von Frauen widerspruchslos gegenüber Männern ausgesagt werden. Es gibt den alltagssexismus, aber es ist weder ein system zur frauenunterdrückung noch nur auf sie beschränkt. Und es ist gerade der feminismus der an der zementierung dieses alltagssexismus mitwirkt, indem er uns alle ständig ermutigt nur noch die vagina oder den Penis im gegenüber zu sehen, ständig daran zu denken wie man frau sich in der aktuellen Situation zu verhalten haben soll, quasi als Botschafter des eigenen geschlechts zu agieren, ständig die Umwelt auf Diskriminierung zu screenen und bei Kritik oder Misserfolg der eigenen Person sofort zu fragen, ob das nur daran liegt, dass ich eine frau oder ein mann bin. Es gibt kein oben oder unten mehr, es gibt keine unterschicht und Oberschicht mehr, nur noch rechts und links. Frauen und Männer. Einzig allein entscheidend ist penis oder vagina. So ist es dann auch ein leichtes für dich, die Beteiligung von einigen wenigen wohlhabenden Frauen an den Aufsichtsräten per quote als sozialpolitische gesellschaftsaufgabe zu verkaufen. Die Karriere des einzelnen, der schon aufgrund seines Habitus und Bildungschancen privilegiert ist, wird gesellschaftspolitik, das ist die Perversion der sozialen Gerechtigkeit, nicht sein Ausdruck!

    Feminismus ist das größte Sexismusprogramm was wir je gesehen haben. Er spaltet, sieht nicht mehr arm und reich, sondern nur noch penisse und vaginas, wobei erstere schon immer zweitere unterdrückt haben. Das ist so dämlich, das man darüber lachen müsste. Herzhaft lachen! Leider schafft er reale Diskriminierung, daher hat niemand was zu lachen. Und zwar die überwältigende Mehrheit der Menschen im Westen, und da mal ausnahmsweise egal ob mit penis oder vagina…ganz feminismus unlike….

  5. „Jetzt mal im Ernst, einen Männerhass, wie wir ihn vom Frauenhass kennen, lässt unsere patriarchalisch strukturierte Gesellschaft nicht zu.“

    Ich weiß nicht in welcher Welt Du lebst, aber in Deutschland 2014 kann sich niemand leisten, Frauenhass in irgendeiner Weise zum Ausdruck zu bringen, ohne massiven Sanktionen zu begegnen.
    Das gilt im Grunde für die gesamte westliche Welt.
    Männerverachtende Aussagen sind dagegen gang und gäbe. Ein Kostprobe wirklich verachtender Aussprüche gefällig? Stell Dir eine einzige dieser Aussagen mal gegenüber Frauen vor. Was das für einen #Aufschrei gäbe. eigentlich zurecht. Männern gegenüber kann man das machen.
    Hm – Du wagst doch nicht etwa auch nur zu DENKEN: Das diese pauschalverurteilungen doch im Grunde ….?

    Erschreckend viele Menschen schließen sich solchen Aussagen aber an. Und sie werden in aller öffentlichkeit geäußert:

    Um die menschliche Gesellschaft zu erreichen, muss man die männliche überwinden.
    Der Hammer, dass sowas im Parteiprogramm einer demokratischen Partei stehen kann

    Gewalt ist männlich.
    Hängt als Plakat in so ziemlich allen polizeidienststellen, damit die es auch ja nicht vergessen

    Verliebt verlobt verprügelt
    Noch so ein Plakat. Mit eindeutiger Rollenzuschreibung. Der der Prügelt ist der Mann, das braucht nicht mal mehr gesagt werden. Völlig egal, dass die Realität ganz anders aussieht, siehe z.B. Robert-Koch-Studie zu häuslicher Gewalt.

    Cornelia Pieper, stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP im Jahre 2007: „Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen.“

    „Man kann sich Männlichkeit als eine Art Geburtsfehler vorstellen“
    Weiß ich nicht mehr welche aktuelle Feministin das losgelassen hat, ist ziemlich aktuell

    „Männer sind schlecht und unterlegen, Frauen überlegen und besser. Männer zerstören die Welt. Männer erkennen nicht die Überlegenheit der Frauen an. Ich bin eine Frau. Ich bin besser. Ich hasse die Männer.“

    „Benachteiligungen von Männern aufzeigen und beseitigen – dies ist nicht unser politischer Wille.“
    Quelle: Die Grünen im Stadtrat Goslar im Rahmen der „Hexenjagd von Goslar“ – Rausschmiss der Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling, weil sie zu väterfreundlich war

    „Hallo ihr miesen Versager!
    Durch das Interview von Frau Östreich mit Herrn Rosenbrock bin ich auf euch dreckige Dreibeine aufmerksam geworden. Und dann lese ich auch noch auf euren Schundseiten, dass ihr euch darüber aufregt, dass über die bei Demonstrationen misshandelte Frauen in Ägypten berichtet wird, aber nicht über die dabei getöteten Männer? Genau richtig! Man hätte noch viel mehr von diesen Machosäcken erschlagen sollen! Das interessiert kein Schwein. Und für euch Bastarde wäre erschlagen noch viel zu wenig. Euch müsste man pfählen, nachdem man euch die Eier abgeschnitten hat!
    Verreckt schön!“

    Das ganze SCUM-Mainfest dieser Frau Solana.
    Abschlachten aller Männer.
    Erzähl mir nichts von Satire.
    Eine Frau, die danach versucht, Andy Warhol zu erschießen, schreibt sowas nicht als „Satire“.

    Da wir schon die Herren Rosenbrock und Gesterkamp erwähnt haben: Deren Verlautbarungen strotzen nur so vor Verachtung gegen Männer, die sich durch solche Aussagen diskriminiert und verachtet empfinden. Wieso sie sich eigentlich nicht selbst davon angesprochen fühlen? Es sind irgendwie immer „die anderen Männer“ gemeint? Jungens, passt bloß auf, wenn ihr mal selbst durch irgend was blödes ins Schussfeld geratet. Einen Bonus als (dann definitionsgemäß ehemalige) Feministen habt ihr als Mann dann nämlcih nicht.

    Etc etc etc.
    das ganze Internet ist voll von sowas. Man kann sowas in aller Öffentlichkeit sagen. Es ist ganz leicht zu finden. Und Du findest keinen „Männerhass“?
    Sag mal, wo findest Du nur annähernd ähnliche Aussagen von Männern über Frauen?

    1. Du führst wichtige Beispiele an, die meiner Aufassung nicht zwangsläufig widersprechen. Denn, ich schrieb (wie du ja bereits zitiert hast): “Jetzt mal im Ernst, einen Männerhass, WIE WIR IHN VOM Frauenhass kennen, lässt unsere patriarchalisch strukturierte Gesellschaft nicht zu.”

      Wo werden auf dieser Welt Männer von Frauengruppen vergewaltigt? Um nur mal ein ganz plakatives Beispiel zu nennen. DIESE Form von Hass (der gegen Frauen existiert) finde ich tatsächlich nirgendwo (in dieser Form) gegen Männer gerichtet. Ich habe aber deutlich gesagt, dass es eine Reihe anderer männerfeindliche Haltungen auf dieser Welt gibt – u.A. habe ich auch konkret den von dir ja nun mehrfach thematisierten Männer-Täter-Stereotyp benannt und bemängelt. Insofern verstehe ich nicht so ganz, was du jetzt eigentlich genau kritisierst.

  6. @muschimiezze
    „Auf der einen Seite wird von vielen Maskulisten kritisiert, dass Männer die tendenziell gefährlicheren Jobs haben – auf der anderen Seite wollen sie Geschlechterstereotype nicht durchbrechen und verstehen nicht, warum Feministinnen sich z.B. gegen Werbung aussprechen, die ein „typisches Mädchenbild“ suggerieren. Das geht doch alles Hand in Hand und benachteiligt Frauen UND Männer.“
    Eine Ungleichheit resultiert nicht zwangsläufig aus einer Benachteiligung. Wenn z.B. Männer häufiger gefährliche Jobs wählen als Frauen (sie werden ja in unserem Land nicht dazu gezwungen), dann ist das meiner Meinung nach ihre Sache. Ich brauche da keine Quotenregelung, die darauf hin arbeitet, dass am Ende irgendwann statistisch gleich viele Frauen und Männer im Beruf sterben. Das ist doch Quatsch. Ich halte das auch nicht für eine Diskriminierung. Es muss lediglich so anerkannt werden, z.B. beim Gehaltsvergleich, wo eine Gefahrenzulage bei Männern natürlich deren Durchschnittsgehalt entsprechend anhebt.
    Stereotype sind nicht verpflichtend, ähnlich wie Rollenbilder. Du kannst gerne für deine persönliche Freiheit kämpfen, ein beliebiges Rollenbild selbst zu wählen. Aber wenn du gegen Rollenbilder generell ins Feld ziehst, wirst du zwangsläufig mit Leuten kollidieren, die sich in ihrem eigenen wohl fühlen und das nicht auf deinen Befehl hin ablegen möchten.
    Denn zur Freiheit gehört auch die Freiheit, nach einem bestimmten Stereotyp oder Rollenbild zu leben. Und die Freiheit, für und mit diesen zu werben.

    1. @ Vinzenz
      „Stereotype sind nicht verpflichtend, ähnlich wie Rollenbilder.“

      Nein, aber sie beeinflussen und indoktrinieren. Und das schon von frühester Kindheit an. Mit dem Ergebnis, dass Sexismen als Standard wahrgenommen und demnach als solche gar nicht erst erkannt werden und jene, die sich dagegen entscheiden, Exoten sind, die sich immer wieder erklären und rechtfertigen müssen. Das geht so weit, dass Alternativen als Bedrohung empfunden werden und abstruse Verschwörungstheorien verbreitet werden. („Feministinnen wollen klassische Rollenverteilung verbieten und Familien zerstören!“)

  7. Jetzt mal im Ernst, einen Männerhass, wie wir ihn vom Frauenhass kennen, lässt unsere patriarchalisch strukturierte Gesellschaft nicht zu.

    Sorry, genau umgekehrt. Über Männer darf man alles sagen, was man über Frauen nicht sagen darf, bis hin zu Gewaltverherrlichung gegen Männer und lupenrein faschistoiden Theorien ohne das die Vortragenden Feministinnen ernsthafte Nachteile zu befürchten hätten, im Gegenteil, damit kann man es sogar zur Millionärin bringen, siehe Alice Schwarzer und Gaby Hauptmann („Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“).

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