Mein schwules BILD-Girl.

Heute mal zwei (mehr oder auch weniger erfreuliche) Dinge in einem Abwasch: Muschimieze ist Teil des neuen Jahrbuchs für schwule Erotik „Mein schwules Auge 11“! Außerdem möchte ich euch eine Kampagne vorstellen, die gegen Sexismus in der BILD-Zeitung kämpft.

 

Mein schwules Auge 11

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„Unter dem Motto „Die Freiheit, die wir meinen“ setzen sich 40 Autoren* und 50 internationale Künstler mit den Grenzen auseinander, die Schwulen heute durch Gesellschaft und Politik gesetzt werden. Sie zeigen facettenreich und auf lustvolle, provokative wie aufschlussreiche Weise, wie sich schwule Männer moralischen Zwängen, gesellschaftlichen Normen und Erwartungen widersetzen und zu ihrer eigenen – auch sexuellen – Freiheit finden.“

*und mindestens eine Autorin 😉

Den Band könnt ihr beim konkursbuch Verlag bestellen. Er ist wirklich schön gelungen, mit tollen Bildern und Kunstwerken illustriert – ich freue mich schon sehr darauf, die anderen Texte zu lesen. Meinen findet ihr natürlich auch weiterhin hier: Die Angst vor der Frau im Mann.

 

Schafft das BILD-Girl ab!

Es ist vielen sicherlich schon seit Jahren ein Dorn im Auge: Die Art und Weise, wie die BILD-Zeitung Frauen darstellt und sie auf ihre Sexualität reduziert. Sicher gäbe es auch viele andere „journalistische“ Praktiken, die man an dem Blatt kritisieren könnte – über die Qualität der Artikel lässt sich vermutlich nicht mal mehr groß streiten, es ist gemeinhin bekannt, welches Klientel sie bedienen. Wo man sich seine Informationen übers Weltgeschehen holt, ist und bleibt jedoch glücklicherweise Geschmackssache. Eine andere Sache ist es jedoch, wenn politisch relevante Diskriminierungen und unterschwellige Degradierungen von Menschengruppen immer wieder ihren Weg in die Schlagzeilen finden. Es lässt sich nicht leugnen, dass die BILD-Zeitung eine große Leserschaft hat. Umso schlimmer, wenn rund 2,5 Millionen Leser_innen täglich mit sexistischen Denkstrukturen infiltriert werden. Nun wendet sich die Studentin Kristina Lunz mit einer Petition an die BILD-Zeitung und fordert:

„BILD: Zeigt allen Respekt – schafft das BILD-Girl ab! #BILDsexism“

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„Anlässlich des Weltfrauentages 2012 haben sich BILD und BILD.de beispielsweise für mehr Achtung für Frauen eingesetzt. Sie verbannten das bekannte BILD-Girl von der Titelseite Ihrer Zeitung und reagierten damit auf das, was „viele Frauen – auch in den BILD-Leserbeiräten – sich immer gewünscht hatten“. Doch so ganz verschwand das BILD-Girl leider nicht: Es findet sich seitdem noch immer im Zeitungsinneren der BILD und rankt offensiv auf der Hauptseite von BILD.de.

Eine derartig verzerrte und sexistische Darstellung findet man täglich in BILD und auf BILD.de. Wie am 17. September 2014, als Sie das Dekolleté von sechs prominenten Frauen auf Ihrer Titelseite abbildeten und Ihre Leser dazu aufforderten, deren Busen zu bewerten. Diese sechs Frauen sind erfolgreiche Persönlichkeiten der deutschen Medien- und Kulturlandschaft. Dennoch werden sie, anders als ihre männlichen Kollegen, nur auf ihr Äußeres und ihre sexuelle Attraktivität reduziert. Dadurch wird unterstützt, dass diese Reduktion auch außerhalb von BILD und BILD.de gelebt wird.“

 

Schaut doch mal auf ihrer Seite vorbei, ich denke es kann nicht verkehrt sein, auf solche Strukturen aufmerksam zu machen. Ob die Petition letztlich jedoch tatsächlich zum Umdenken bei Axel Springer führen wird, bleibt vermutlich abzuwarten. Ohne Titten, müssen die sich nämlich vermutlich mal mit etwas ganz Neuem beschäftigen: Inhalten.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für den tollen Text. Es freut uns sehr, dass es Dir gefällt.

  2. Ich habe einen Alternativvorschlag: Wie wäre es, die BILD einfach nicht zu kaufen, wenn einem der Inhalt nicht passt?

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