The Game.

Zum ersten Mal habe ich von „PickUp“ in meinem eigenen Bekanntenkreis vor einigen Jahren gehört. Dieses Frauenaufreißer-System wurde von jener Sorte Mann* betrieben, mit denen alle auf der Party Spaß hatten, aber keine im Anschluss das Bett teilen wollte. Die Sorte von Typen, bei denen sich die Frauen*  das Herz ausschütteten, aber an die sie es nie verloren. Kurz: everybodys darling, but nobodys lover.

Dass da Frustrationen vorprogrammiert sind, ist sicher nachvollziehbar. Den irgendwie verzweifelt anmutenden Schritt, sich deshalb einer Art Flirtguru-System anzuvertrauen, schien mir jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt, lange bevor die ersten großen Artikel zu diesem Thema medial verwurstet worden sind, eher befremdlich.

„Frauen stehen halt auf Arschlöcher!“, wurde von den PickUpern (die ich im Folgenden PUA, also PickUp-Artist nenne) dann rechtfertigend lamentiert. Aber mal abgesehen davon, dass solche stark verallgemeinernden Aussagen sowieso eher schwierig sind – könnte es nicht vielleicht auch so sein, dass Typen, die nicht so viel zu bieten haben (Humor, Talente, Attraktivität, Schlagfertigkeit…), ihre Nice-Guy-Attitüden einfach als Kompensationsstrategie nutzen, um wenigstens die Sympathien auf ihrer Seite zu wissen? Lieber Taschentuchhalter als gar keinen Herzschmerz? Was war zuerst da? Die Unattraktivität oder das Kuschelweich-Superflauschig-Nirgendwo-Aneck-Programm? Wer nicht auf Ja-Sager ohne Selbstwertgefühl steht, fährt im Umkehrschluss auf jeden Fall nicht zwingend auf Arschlöcher ab.  Manchmal hilft eine eigene Meinung und ein gesunder Selbstrespekt jedoch, andere Menschen von sich zu überzeugen. Nur so eine Idee.

Lange Zeit war dieses System, eine Mischung aus Selbstmotivation, psychologischen Strategien und rhetorischen Tricks (getarnt durch eine hieroglyphisch anmutende Geheimsprache) ein Buch mit sieben Siegeln für viele Außenstehende. Vergangene Woche dann (mal wieder) der große mediale Aufschrei: In verschiedenen Werbevideos wirbt der Protagonist Julien Blanc für seine „besonders zielführenden“ Strategien. Unter anderem beschreibt er, wie er gegen den Willen einer Frau, mit ihr geschlafen habe oder wie er als „weißer Mann“ in Japan tun und lassen könne, was er will – beispielsweise die Köpfe wildfremder Frauen beim vorbeigehen in den eigenen Schritt zu drücken. Mit dem Hashtag #chokegirlsaroundtheworld animierte er Männer dazu, Frauen rund um den Globus zu demütigen und sie physischer und psychischer Gewalt auszusetzen. Als kürzlich hier in Berlin ein Seminar von RSD (das PickUp-Coaching-Unternehmen, für das Blanc arbeitet) stattfinden sollte, führte dies zu Protesten von allen möglichen Seiten.

Je mehr ich zu dem Thema gelesen habe, desto stärker wurde die Wut – aber auch die Verunsicherung. Unweigerlich musste ich an die paar PickUp-Nice-Guys aus meinem Bekanntenkreis denken und egal wie skeptisch ich der ganzen Sache auch gegenüberstehen mag: So Recht wollte das durch die Medien gezeichnete Bild der Frauenschänder nicht zu ihnen passen. Ist das Ganze nicht vielleicht einfach nur ein gut inszenierter PR-Gag? Wie lässt sich dieses heterogene Bild, der verunsicherten Verlierer (Kunden) auf der einen und der dominant-brutalen Fraueneroberer (Coaches) auf der anderen Seite zusammenbringen?

RSD ließ mittlerweile verlauten, dass es sich bei dem „Vergewaltigungsvideo“ nur um eine Provokation handeln würde. Doch an wen sollte diese sich sich denn richten? Letztlich handelt es sich – ob überspitzt formuliert oder nicht – um ein Werbeversprechen mit dem Slogan: „Ohne Kompromisse – Ficke wen du willst!“

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Ein Post von Julien Blanc.

 

Es gibt grob nur zwei Möglichkeiten auf so eine Aussage zu reagieren: mit Ablehnung oder (zustimmender) Faszination. PR-Gag hin oder her, ein Promovideo spricht mit solchen Aussagen und Versprechen immer auch diejenigen an, die dafür empfänglich sind – hier findet sich ein ziemlich deutliches Indiz dafür, auf welches Klientel das Unternehmen setzt.

Eine Diskussion darüber, ob das Verhalten von RSD okay ist oder nicht, erübrigt sich eigentlich. Viel interessanter finde ich den Punkt, inwiefern das Bild von PickUp, wie es durch RSD derzeit öffentlich geprägt worden ist, dem Prinzip von PickUp, wie es bereits seit Jahren in den deutschen Clubs und Städten praktiziert wird, tatsächlich entspricht.

Interessiert schaue ich mich also in den großen deutschen PickUp-Foren um und scrolle mich ein bisschen durch Beiträge mit Titeln wie „Ist ein Date ohne Kino auch okay?“, „Auf Tinder kennengelernt und sie meldet sich nicht mehr – was tun?!“ oder „Ich mag meine Kopfform nicht und habe deshalb Komplexe gegenüber Frauen“. Ich sehe verpickelte Abiturienten an ihren Schreibtischen vor jeweils zwei großen Bildschirmen sitzen – damit sie parallel World Of Warcraft spielen und sich dabei die ultimativen Datetipps für das Leben austauschen können, das sie nicht haben. Gleichzeitig ärgere ich mich ein bisschen über mein Klischeedenken, besonders da ich es ja eigentlich besser weiß.

Ihre hierogylphischen Formulierungen erinnneren mich an eine Mischung aus Kindergeheimsprache und den unverständlichen Kurzbzeichnungen, die meine Zahnärztin  bei der Kontrolle immer ihrer Assistentin zuruft. Vielleicht gleich mal vorneweg: Ja, viele Beiträge haben ein bisschen was von Bravo-Dr-Sommer oder den pubertär-verunsicherten Datingfragen in irgendwelchen einschlägigen Teeniezeitschriften. „Nur Flirttipps!“, wie einem ja dann gerne aufgebracht versichert wird. Für einen gewissen Prozentsatz mag das definitiv zutreffen, ich fürchte aber, dass kaum ein Hahn danach krähen würde, wenn solche Filrtforen in einer weniger organisierten Form existieren würden (vermutlich tun sie das sogar und es ist tatsächlich nicht von medialem Interesse). Wo liegt also der Knackpunkt?

Ich habe im Folgenden jene Punkte zusammengefasst, die ich am PickUp-Prinzip problematisch finde:

 

1. Das Spiel

Das Wort „Spiel“ suggeriert, dass es Spieler_innen und Spielregeln gibt. Wir assoziieren mit diesem Begriff einerseits Schlagworte wie „Fairness“ oder „Spielgeist“, andererseits aber auch „Kampf“ oder „Wettbewerb“. Was ist das also für ein Spiel, zwischen zwei angeblich gleichwertigen und gleichberechtigten erwachsenen Menschen, bei dem nur eine Seite die Spielregeln kennt? Bei dem die eingeweihten Akteuere immer männlich*-heterosexuell sind und die unwissende, zu bespielende Fläche immer weiblich*?

Es ist ein sehr großer Unterschied, ob ich mir aus Unsicherheit von anderen Menschen Ratschläge einhole oder mich einer organisiserten Gruppe anschließe, die Frauen lediglich als Austragungsort für ihre „Spiele“ sieht.

Wer unverbindlich jemanden abschleppen will, kann dies meinetwegen auf die Art und Weise tun, wie er oder sie möchte. Man sollte sich jedoch bewusst machen: Wer sich dabei so organisierten Methoden bedient, wird immer auch ein Machtgefälle schaffen und Asymmetrien reproduzieren. Das heißt nicht zwangsläufig, dass jeder PUA ein Verbrecher und jedes „Target“ im Anschluss ein traumatisiertes Opfer ist. Dennoch kann einfach nicht von einer Beziehung auf Augenhöhe gesprochen werden, wenn sich eine Seite Mitteln bedient, die die andere Seite manipulieren und in ihrem Sinne handeln lassen soll.

2. Die Sprache

Sprache ist ein wichtiger Teil unserer Kultur. Wir identifizieren uns mit ihr und wir können durch bewusst gewählte Sprache aktiv unser Umfeld mitgestalten. Dass PUAs mittels einer eigenen Sprache miteinander agieren, empfinde ich sehr bezeichnend. Hier werden Grenzen gezogen, die Gruppe kapselt sich vom Rest der Welt und auch insbesondere von dem Verständnis- und Urteilsvermögen jener Personen ab, die gegen ihren Willen in die ganze Angelegenheit involviert werden. Hier findet also einerseits eine Isolierung und auch gewissermaßen eine Aufwertung derjenigen statt, die der Sprache mächtig sind, andererseits werden durch die gewählten Termini bestimmte Strukturen und Asymmetrien manifestiert.

Durch unsere Sprachhandlungen werden Normen und Machtverhältnisse re_produziert. Sprache ist nie nur ein bloßes Kommunikationsmittel, das auf neutrale Art Informationen vermittelt. (siehe dazu „Was tun? Sprachhandeln.“)

Ich habe hier zwei Besipiele aus dem PUA-Sprachschatz herausgesucht und sie mal genauer beleuchtet.

HB1-10  oder HotBabe1-10

PUAs nennen eine gut aussehende Frau „HotBabe“ und fügen im Anschluss noch eine Zahl ein, wie heiß dieses Babe denn sei (auf einer Skala von 1 bis 10).  In Forenbeiträgen wird dann durchgängig beispielsweise von „HB6“ und „HB7“ gesprochen. Das könnte möglicherweise folgende Konsequenzen haben: Wenn ich Frauen ganz selbstverständlich als „HBx“ bezeichne, dann…

  • … nehme ich mir wie selbstverständlich heraus, Frauen offen zu bewerten und dies wird zur normalen Routine. Dabei kaschiert die Bezeichnung „HBx“ die Subjektivität meiner Ansicht als objektiv mess- und vergleichbaren Wert. Es wird zur Selbstverständlichkeit, Frauen nach einem internem Punktesystem zu bewerten.
  • … beziehe ich mich immer dann, wenn ich von einer Frau spreche, nicht auf die Person, sondern auf den objektifizierenden Wert, den ich dieser Person zugeschrieben habe. Eine neutrale Benennung ist so nicht mehr möglich, eine Benennung wird automatisch zur Bewertung.
  • … kann ich nicht mehr von zwei Frauen sprechen, ohne diese vergleichend aufeinander zu beziehen. Zwei individuelle Personen, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, werden auf einen fiktiven Wert „eingedampft“ und nur anhand dieser Eigenschaft miteinander auf- oder abwertend in Relation gesetzt.
  • … normalisiere und rechtfertige ich diese Sprachhandlung bei jeder Wiederholung.
  • … entscheide ich mich bei jeder Wiederholung gegen eine neutralere Bezeichnung (z.B. „Person A/Person B“ oder die namentliche Benennung der Person) oder eine subjektiver gekennzeichnete Schilderung der Situation (z.B. „die Person, die ich anziehender fand“).

Hier ein treffendes Beispiel, wie abfällig ein PUA von einer „HB5,5“ spricht, die er nur (und dann hoffentlich gut geschminkt und im Dunkeln) nimmt, um Gamer-Erfahrung zu sammeln:

Bildschirmfoto 2014-12-01 um 20.11.52Die Bezeichnungen „PickUp-Artist“ und „Target“

Ausübende PUAs nennen sich selbst „PickUp-Artists“ während Frauen innerhalb dieses Mikrokosmos die Rolle des „Target“ beigemessen wird. Diese Formulierung reproduziert das Männlich-Aktiv-/ Weiblich-Passivitätsmodell, dass sich insbesondere im Zuge der Industrialisierung im 18. Jahrhundert entwickelt hat. Hier werden (teilweise bereits zurückliegende) gesellschaftliche Asymmetrien sprachlich neu zementiert. Der „Künstler“ sucht sich dabei sein „Ziel“ aus und entscheidet, wann er von ihm ablässt.

Ich hab hier noch ein paar schwierige Begriffe und Bedeutungen zusammen getragen, deren Problematik wohl für die meisten Leser_innen auf der Hand liegen dürfte, auf die ich an dieser Stelle aber nicht explizit eingehen werde.

Bildschirmfoto 2014-12-01 um 10.47.01 Bildschirmfoto 2014-12-01 um 10.47.25 Bildschirmfoto 2014-12-01 um 10.47.38 Bildschirmfoto 2014-12-01 um 10.49.40 Bildschirmfoto 2014-12-01 um 10.50.23 Bildschirmfoto 2014-12-01 um 10.50.48 Bildschirmfoto 2014-12-01 um 10.51.23

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3. Der Tenor

Wo ist das Problem, sich Flirttipps zu holen? Oder das eigene Selbstvertrauen ein bisschen aufzupolieren?

Problematisch finde ich den Tenor, dass man durch die richtigen Strategien, Frauen dazu bringt doch noch das zu tun, was man von ihnen möchte. Dieser häufige Unterton, dass sie eigentlich gar nicht „nein“ meint, wenn sie „nein“ sagt oder man sie dann eben psychisch gewissermaßen nicht gut genug „manipuliert“ hat, wenn sie sich verwehrt. Man findet in den PickUp-Foren an jeder Ecke schwierige Aussagen, die eine obsolete Rollenverteilung reproduzieren („der Mann muss führen“, „die Frau muss angelernt werden“, „wichtig ist, die Kontrolle über das Spiel zu behalten“, „du entscheidest, wie das Tempo ist“…) oder ziemlich selbstgefällig und unempathisch bestimmte Situationen schildern („wenn sie mich nicht wollte, lag es natürlich nicht an mir, sondern daran, dass sie eine Zicke war“ o.Ä.).

 

  • Ein PUA darüber, wie man Frauen zum Analsex bringt. Will nicht, gibt’s nicht.

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  • Sie will ihn nicht – zum Glück hat er ihr gleich gesagt, dass er nicht weiß, ob er das akzeptieren kann.

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  • Klar, wenn sie mit ihm keinen Orgasmus hat, kann es ja nur an ihrer eigenen Unerfahrenheit gelegen haben.

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  • Männer haben natürlich die Hosen an, grundsätzlich immer. Aber bei sexuell unerfahrenen Frauen ganz besonders.

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  • Die perfekte Frau: Kochen, Haushalt, Kinder, Bumsen. Daumen hoch!

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  • Ohne Worte. Hoffe ja immer noch, dass es sich um einen ganz besonders „lustigen“ Scherz handelt.

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  • Hauptsache, du behälst die Kontrolle!

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  • Top Vergleich.

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Konklusion

Ja, Flirten kann auch ein Spiel sein und es ist nicht immer verwerflich, andere Menschen nicht vom ersten Moment an über sämtliche persönliche Motive und Hintergründe aufzuklären. Nicht jeder PUA verhält sich Frauen gegenüber respektlos, es gibt sogar einen PickUp-Grundsatz der fordert, „Frauen besser zu hinterlassen, als man sie vorgefunden hat“ (auch wenn ich diese Formulierung selber nicht ganz unproblematisch finde). Für viele ist PickUp eine Methode, überhaupt irgendwie mit Frauen umzugehen und selbstbewusster zu werden.

Dennoch ist das ganze Prinzip mit Vorsicht zu geniessen. Es gibt zahlreiche Momente, die bei den meisten Außenstehenden nicht zu Unrecht die Intuition auslösen, dass PickUp eine Machtasymmetrie re_produziert und ausnutzt. Außerdem hängt das Klientel (zumindest scheint es nach der Untersuchung öffentlicher Forenbeiträge so), dass PickUp ausübt, größteinteils einer überholten und sexistischen Rollenverteilung nach, die Frauen ganz bestimmte Eigenschaften zuweist und sie nach reduzierenden Kategorisierungsmechanismen bewertet.

RSD ist ein wirklich unsäglicher Vertreter für PickUp in der Öffentlichkeit. Nein, das, was Julien Blanc propagiert, würden wohl die wenigsten PUAs so unterschreiben. Dennoch gibt es einen gewissen Tenor, der vielleicht nicht dazu aufruft, Frauen* zu vergewaltigen – aber sie durch spezielle Strategien eben doch noch irgendwie dazu zu bringen, das zu machen, was man von ihnen will.

 

 


* ich füge zu den Begriffen „Frau“, „Mann“, „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ Sternchen hinzu, um zu markieren, dass ich mich lediglich auf den Begriff beziehe und bei der Verwendung nicht die allgemeine Bedeutung blind reproduzieren möchte. Die Begriffe von „Mann“ und „Frau“ sind nicht ganz unproblematisch, es fällt jedoch schwer, über die Pick-Up-Thematik zu berichten, ohne mich auf jene zu beziehen.

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5 thoughts on “The Game.

  1. „es gibt sogar einen PickUp-Grundsatz der fordert, “Frauen besser zu hinterlassen, als man sie vorgefunden hat”“

    Dieses Mantra findet sich auf dem Venusblog. Ein Negativbeispiel der allerersten Güte. EIN Paradebeispiel an Respektlosigkeiten ggü Frauen nach dem anderen. Den Satz kann man getrost in die Tonne kloppen. Es ist eine nichtssagende Plattitüde, die nur den schmierigen Geist der PU-Ideologie verschleiern soll

  2. Ich bin ja mittlerweile von der „Frauen wollen nur Arschlöcher, die Netten werden in die Friendzone abgeschoben“-Einstellung vieler Männer so richtig genervt. Ernshaft, was für ein Kleinkind-Getue! Man kann Männer nicht so einfach in zwei Schubladen stecken, wo jeweils „Nice-Guy“ und „Bad Boy“ draufsteht, es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Das sollte für das rational denkende Geschlecht doch eigentlich logisch sein, oder? Nein, stattdessen wird die Partnerwahl der Frauen ins Lächerliche gezogen, um sich selbst aufzuwerten („Es liegt nicht an mir, sondern an den Frauen, die nette Männer wie mich nicht zu schätzen wissen“).

  3. Wow wirklich guter Beitrag zu dem Thema!
    In der Tat gibt es im Pickup so vieles, was kritikwürdig ist und auch so viele verrückte Gestalten, aber oft scheitert die Kritik daran, dass sie nicht genug in die Tiefe geht und sich nur daran abarbeitet, dass dies ja Männer sind, die Sex mit Frauen haben wollen (Oh nein!).
    Finde es von daher sehr erfrischend, dass du dir echt die Mühe gemacht hast, mal genauer hinzuschauen, obwohl es ja grade aus feministischer Perspektive offenbar so vieles gibt, was den schnellen Schluss nahelegt, es sei sowieso alles Teufelszeug und alle Männer, die es praktizieren, oder sich Tipps dieser Art suchen seien wahlweise verzweifelte Oberloser in jedem Lebensbereich, oder eben Psychopathen á la Julien Blanc.

    Ich würde von daher vor allem die Konklusion unterschreiben, man solle es mit Vorsicht genießen. Es gibt sicher bei vielen Männern ein Bisschen Nachhilfebedarf, was das Flirten angeht, zumindest geht es mir so^^. Im Endeffekt lernt man ja bei allen Dingen im Leben nie aus.
    Wie Christian von „Alles Evolution“ ja zumeist betont, profitieren natürlich Frauen auch davon, angenehmere und „bessere“ Flirtpartner zu haben. Generell hat mich Christians Darstellung des Themas wieder ein Bisschen positiver gestimmt.
    Auf der anderen Seite gibt es – wie du richtig anführst – aber eben viele Konzepte, bei denen „problematisch“ eine heftige Untertreibung ist.
    Gefährlich ist es denke ich vor allem dann, wenn die „Pickup-Gurus“ eben als Gurus angesehen werden, also insbesondere ungefiltert und unkritisch alles aufgesogen wird, was diese präsentieren.

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