Oh Biggie… #schellefürkelle

Heute wird es mal wieder Zeit für eine virtuelle Schelle für die Kelle. Die Biggie und ich sind selten einer Meinung. Das wussten wir bereits. Nachdem ich nun langsam ihren ersten Rundumschlag verdaut zu haben glaubte („Dann mach doch die Bluse zu!“), legt die erzkonservative Familienverteidigerin nochmal ordentlich nach – ein bisschen Sexismus hier, ein obsoletes Weltbild da, garniert mit einer saftigen Portion Populismus, schon hört man sie förmlich aus der Küche flöten: Bullshit ist fertig! 

Ein neues Buch ist geschrieben und will beworben werden – klar, dass sich das Sprachrohr des deutschen Erzkonservatismus  nicht zwei Mal bitten lässt, um sich mit fragwürdigen Behauptungen ins Gespräch zu bringen. Im aktuellen Focus bittet die „Demo für alle„-Aktivistin („für alle“ = heterosexuell, christlich-konservativ und am besten in klassischer Familienstruktur organisierte Menschen = eben nicht „für alle“) nun, dass man sie bitte nicht „vollgendern“ solle. Sie selbst verortet sich als „eindeutig weiblich“ und hat kein Verständnis für jene, die sie abfällig als die, „die sich nicht entscheiden können, ob sie Mann oder Frau sind“ bezeichnet. Diese diffamierende Wortwahl hinterlässt einen ähnlich bitteren Nachgeschmack, wie die Vorstellung, dass ein gehender Mensch einen rollstuhlfahrenden Menschen verspotten würde, weil dieser seiner Meinung nach „zu blöd zum Laufen“ sei. Für Frau Kelle mag es vielleicht erfreulich sein, dass sie sich in dem heteronormativen System einer binär strukturierten Gesellschaft so passend verorten kann – damit genießt sie jedoch ein Privileg, das nicht jedem ihrer Mitmenschen zuteil wird. Sich auf seine gegebenen Privilegien etwas einzubilden und diejenigen, die durch das limitierende Raster fallen, zu diskriminieren und herablassend zu verspotten, scheint selbst ihren sonst so fundamentalistisch propagierten „christlichen“ Werten wenig gerecht zu werden.

„Berlin hat zwar keinen modernen Flughafen, aber in manchen Bezirken drei Türen, wenn Sie aufs Klo müssen. Man muss Prioritäten setzen. Gendersensibel nennt es sich, dass wir neuerdings Unisextoiletten vorfinden, damit wir uns nicht entscheiden müssen, ob wir Mann oder Frau sind.“

Der Auftakt ihres Focus-Beitrags beginnt bereits ziemlich frustrierend: Tatsachen verdrehend, populistisch und schlicht falsch. Erstens ist es keineswegs so, dass, wie es in diesem Satz suggeriert wird, flachendeckend bezirksweit Unisextoiletten eingeführt worden wären. Nur in vier von zwölf Bezirken ist die Idee der Unisextoilette überhaupt ernsthaft im Gespräch gewesen, nach etlichen Monaten Stillstand wurden zögerlich einige wenige realisiert: z.B. eine Toilette in Tiergarten, eine im Gesundheitsamt Mitte und in insgesamt drei Bürgerämtern. Diese wurden auch nicht, wie Kelles Formulierung erwarten lassen könnte, neu gebaut, sondern bereits vorhandene Toiletten neu ausgewiesen. Einzige Investition: Ein neues Schild an der Tür.1 Und selbst dafür reicht es im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nicht: Aufgrund einer Haushaltssperre müssen die Unisex-Toiletten warten.2

Wirklich unerhört, wie hier mit den Steuergeldern umgegangen wird! Nicht mal für den Flughafen reicht es! Nicht mal für jenen (bereits über 4 Milliarden Euro teuren) Flughafen, der nichts, aber auch rein gar nichts mit der Finanzierung von ein paar genderneutralen Türschildern zu tun hat. Jenem Flughafen, dessen Eröffnung seit Jahren wegen diverser Fehlplanungen, baulicher Mängel und unzureichender Sicherheitsvorkehrungen verschoben wird – und nicht etwa, weil Mehdorn persönlich damit beschäftig ist, in Berlin-Mitte neue Türschilder an die Klos zu schrauben, statt sich um die Eröffnung zu kümmern.

Hier stehen reale Milliarden-Verluste einer Haushaltssperre gegenüber, die nicht einmal ein neues Kloschild finanzieren kann. Es wird deutlich: Frau Kelle spielt gezielt mit der Wut und den Ängsten der Menschen. Kein Flughafen, aber Klos für die „Unentschlossenen“ unter „uns“ (und eigentlich gehören „die“ ja gar nicht so richtig zu „uns“)?! Hier scheint kein noch so weit hergeholtes Pseudoargument zu absurd, um gegen eine verhältnismäßig völlig unerhebliche finanzielle Investition zu wettern und die dahinter stehende Idee ins Lächerliche zu ziehen.

Nicht weniger kritisch erscheint der süffisante Zusatz „…, damit wir uns nicht entscheiden müssen, ob wir Mann oder Frau sind“. Das klingt ja nach einem echten Luxusproblem, damit die „Unentschlossenen“ unter uns zukünftig nicht vor jedem Klogang eine Münze werfen müssen, um zu entscheiden, welche Tür sie wählen. Die Realität sieht jedoch anders aus und kann für Betroffene mehr als belastend sein, wenn den grundlegendsten körperlichen Bedürfnissen im öffentlichen Raum nicht nachgegangen werden kann, ohne mit unangenehmen sozialen Konfrontationen, Anfeindungen oder Ausgrenzungen rechnen zu müssen. Fakt ist, dass es viele Menschen gibt, für die die Existenz einer Unisextoilette sinnvoll sein könnte. Da wären zum einen die rund 15.000 Menschen, die seit 1995 in Deutschland ihre geschlechtliche Identiät verändert haben3. Hinzu kommen beispielsweise intersexuelle Menschen – jeder 2000. Mensch, wird mit Geschlechtsmerkmalen geboren, aufgrund derer er nicht eindeutig als „Mädchen“ oder „Junge“ zu kategorisieren ist. Die Zahl der in Deutschland lebenden intersexuellen Menschen wird mit bis zu 120 000 angegeben.Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer jener Menschen, die durch solche Statistiken überhaupt nicht erfasst werden, zum Beispiel, weil sie sich mit dem Geschlecht, dem sie zugeordnet werden, nicht identifizieren können, es jedoch nicht per gerichtlichem Entscheid formal ändern lassen. Aber auch für Väter kann die Unisextoilette hilfreich sein: Gab es Wickeltische bislang meist nur in den Frauentoiletten (was wiederum eine sexistische Rollenverteilung reproduziert), könnte die Unisextoilette ein neutraler neuer Ort für den Wickeltisch sein –  ein Fortschritt für ein egalitäres Familienmanagement, sowohl für heterosexuelle, als auch schwule Paare und nicht zuletzt: alleinerziehende Väter.

Mal zum Vergleich: In Deutschland leben rund 150 000 blinde Menschen.5  Das ist kein Problem, dass alle Menschen betrifft und auch keins, das die meisten Menschen betrifft. Vor allem ist es kein Problem, das Frau Kelle persönlich betrifft. Nach ihrer Logik scheint dies also ein guter Grund zu sein, gegen die Ausrüstung öffentlicher Beschilderungen mit Braille-Schrift zu wettern. Vermutlich würde sie sich niemals so positionieren, das Beispiel verdeutlicht dennoch die Systematik, die hinter ihrem Argumentationsstil steckt: Er ist geprägt von Egozentrismus und Intoleranz.

Birgit Kelle biedert sich nicht nur einer uninformierten und reaktionär denkenden Bildzeitungsleserschaft an, sie scheint in vielen Hinsichten selber gar nicht so genau zu wissen, wovon sie eigentlich spricht. Das bewies sie nun einmal mehr in der Talkshow „Hart aber fair“. Als Anne Wizorek beispielsweise die These äußerte, dass geschlechterspezifisch beworbenes Spielzeug lediglich eine Marketingstrategie der Industrie sei, die nichts zwingend mit den „natürlichen“ Vorlieben von Jungen und Mädchen zu tun haben müsse, versuchte die vierfache Mutter Kelle dies zu widerlegen, indem sie beschrieb, dass sich ihre Töchter in den ersten Lebensjahren sehr wohl mit allen möglichen Sorten von Spielzeug gerne beschäftigt hätten, sich dies jedoch mit dem Besuch vom Kindergarten schlagartig änderte. Pink und Glitzer seien plötzlich angesagt gewesen – für Kelle ein eindeutiger Beweis dafür, dass das „Pink und Glitzer“-Programm unvermeidbar in die Mädchengenetik eingraviert sei und nichts mit Sozialisierung und Erwartungshaltung von außen zu tun hätte. Da musste selbst Talkmaster Plasberg schmunzeln.

Nicht nur ihr jüngster Beitrag im Focus, auch der Auftritt bei „Hart aber fair“ ist durchzogen von inneren Widersprüchen und dem Bezug auf falsche „Tatsachen“. Kritik kann nicht zuletzt auch die Genderforschung selber voranbringen und konstruktiv sein – in diesem Fall scheint es jedoch nur allzu offensichtlich, dass die Kritikerin selbst einer „Ideologie“ (um bei ihrem Jargon zu bleiben) verfallen ist und es daher nicht schafft, sich an der Debatte bereichernd zu beteiligen. Aber was möchte man auch von einer Protagonistin erwarten, die ihr Lager im Schulterschluss mit einer kompetenten „Meinungsmacherin“ wie Sophia Thomalla verteidigen muss, die wiederum noch nie von sprachlicher Diskriminierung gehört hat und weder Sexismus von einem Kompliment, noch Muslime von Islamisten unterscheiden kann…

 


1 „Die Unisextoiletten werden nicht neu gebaut. Stattdessen wird einer der Räume, der bisher exklusiv für Männer oder Frauen bestimmt war, neu beschildert. Faktisch wird das nur in größeren Gebäuden möglich sein, in denen es mehr als zwei öffentliche Toiletten gibt.“ (http://www.taz.de/!111922/)

2 http://www.tagesspiegel.de/berlin/genderdebatte-pinkeln-fuer-alle-berlin-mitte-eroeffnet-unisex-toilette/10709278.html

3 http://www.stern.de/gesundheit/sexualitaet/vorlieben/transsexuelle-fremd-im-eigenen-koerper-1521741.html

4 http://www.national-coalition.de/pdf/28_10_2012/Kinderrechte_und_Intersexualitaet_NC.pdf

http://www.dbsv.org/infothek/zahlen-und-fakten/

6 http://www.stern.de/kultur/tv/hart-aber-fair-sophia-thomallas-dreister-auftritt-2177324.html


 

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36 thoughts on “Oh Biggie… #schellefürkelle

  1. Ich mag viele Ansichten von Frau Kelle auch nicht wirklich.
    „Die Realität sieht jedoch anders aus und kann für Betroffene mehr als belastend sein, wenn den grundlegendsten körperlichen Bedürfnissen im öffentlichen Raum nicht nachgegangen werden kann, ohne mit unangenehmen sozialen Konfrontationen, Anfeindungen oder Ausgrenzungen rechnen zu müssen.“
    Wieso? Mal ganz ernsthaft, ist das wirklich ein praktisches Problem? Wenn ich mich mit Penis als Frau fühle, dann gehe ich auf das Damenklo. Tür zu und gut. Ohne Penis als Mann, auch schmerzfrei, das Pissior meide ich dann halt. Gleiches gilt für intersexuelle. Ich habe auch überhaupt keine Schmerzen damit, wenn es eine Unisextoilette gibt, wo dies umzusetzen ist. Der Weg zu „jeder Arbeitgeber muss 3 Toiletten zur Verfügung stellen“ ist aber leider nicht so absurd weit, wie man denken mag.
    Als in meiner alten Firma (https://tom174.wordpress.com/2014/02/26/ab-heute-heisse-ich-paula/) hat die betreffende danach selbstverständlich das Damenklo benutzt. Von den 15000 Menschen hat sicherlich nur ein Bruchteil ein Problem damit, auf die Toilette Ihrer Wahl zu gehen, oder? Und damit lösen die Unisextoiletten ein Problem, das eigentlich nur ein Stellvertreterproblem ist. Die Aktivisten der nicht Binaergeschlechtlichen wollen auflösen, das die Cis Menschen als das Normale angesehen werden und Trans als etwas Besonderes. Verständlich, aber durch ein „Toiletten diskriminieren“ wird nicht Verständnis und Normalität geschaffen, sondern Unverständnis und Kopfschütteln.

    1. Dass DU kein „praktisches Problem damit“ hast, ist klar. Ich hab auch kein persönliches praktisches Problem mit Rassismus oder Ableismus. Ist immer ganz groß von der eigenen privilegierten Position darauf zu schließen, dass es sicher „keine praktischen Probleme“ gäbe.

      Aber um inhaltlich auf deine Frage zu Antworten: Ja, es IST ein praktisches Problem! Die Beratungsstunde bei uns an der Uni wird beispielsweise von Menschen konsultiert, die 10 Stunden am Tag nichts trinken, um ja nicht aufs Klo zu müssen. Aufgrund negativer Erfahrungen, die sie gemacht haben. Es ist wirklich schön, dass das in deiner Firma funktioniert hat, aber auch das ist nicht selbstverständlich und zudem nicht mit einer öffentlichen Toilette vergleichbar (kein sozialer Kontext, kein möglicher Rückhalt in einem Team, Menschen die sich belästigt fühlen).

      1. Wie sieht das denn aus? Ich sehe aus wie eine Frau, gehe auf das Damenklo. Wer bekommt da was mit? Ich verstehe, dass es scheisse ist, wenn die Welt nur für Menschen gemacht ist, die anders sind als man selbst.
        Lösen Unisextoiletten wirklich das Problem, das die Menschen, die die Beratungsstelle konsultieren? Brauchen die nicht eigentlich ganz andere Hilfe? Klebt die Unisextoilette nicht einfach nur ein Pflaster auf fehlende Toleranz? Auf zerstörtes Selbstbewusstsein?

      2. Du sprichst da sicher sehr berechtigte Fragen an und du magst Recht mit der Annahme haben, dass es mit Unisextoiletten nicht getan ist, bzw. nicht die finale Lösung aller Probleme (vor allem was Toleranz betrifft) ist.

        Nur so viel: Du siehst nicht zwangsläufig für andere Menschen nach dem Geschlecht aus, in das du dich selber einordnen würdest und Äußerlichkeiten dienen seit jeher als Grundlage für Diskriminierungen. Abgesehen davon spricht das Unisexklo ja nicht nur Menschen an, die ganz eindeutig „das Geschlecht wechseln“ (also vom einen zum anderen).

        Ich frage mich, weshalb, bei vergleichsweise sehr geringem Aufwand und Kosten, eine Maßnahme derart kritisch öffentlich diskutiert und auch verunglimpft wird, die das Leben vieler Menschen erleichtern könnte. Es scheint für viele Menschen einen wunden Punkt zu treffen, dass neben dem Mann-Frau-Monopol, noch ein „geschlechtsneutraler Raum“ geschaffen werden soll (der die Räume die für Frauen und Männer ausgewiesen sind, ja nicht gefährden würde).
        Vielleicht wäre die Akzeptanz eines solchen Raumes, der die Existenz von Menschen, die sich nicht ins binäre Schema einordnen lassen oder lassen wollen, offen anerkennt, ja auch eine ganz gute Übung -> für mehr Toleranz 😉

      3. „Ich frage mich, weshalb, bei vergleichsweise sehr geringem Aufwand und Kosten, eine Maßnahme derart kritisch öffentlich diskutiert und auch verunglimpft wird, die das Leben vieler Menschen erleichtern könnte“
        Die Unisextoilette ist doch die am häufigsten verbreitete Toilettenform, dagegen kann niemand etwas haben. Ich habe in meinem Haus alleine 3.
        Ich glaube, der Hauptgrund hier ist, dass es als Lösung für ein Problem gesehen wird, dem man noch nie begegnet ist. Das „haben wir denn nicht wichtigeres zu tun“.
        Das Studierendenwerk trägt seinen Teil dazu bei. Auch das ein Problem, das nur schwer vermittelbar ist, und wenn es vermittelt wird, kommt es oberlehrerhaft daher.

      4. In den meisten öffentlichen Toiletten ist das eben nicht die häufigste Toilettenform, das ist eine Fehlinformation. Das mag z.B. in England so sein, wo es gang und gäbe ist, dass öffentliche Toiletten für beide Geschlechter ausgewiesen sind, aber nicht hier. Behindertentoiletten sind oftmals geschlechtsneutral, aber auch nicht selten nicht offen zugänglich – ihr Zugang muss oft erfragt werden.

        Der Paternalismusvorwurf (so fasse ich das mit dem „oberlehrerhaft“ an dieser Stelle mal auf) ist nach wie vor sehr beliebt, dabei sind es in erster Linie die Gender Studies, die aufgeschlossen und kreativ mit Sprache umgehen (nicht zuletzt mit ihren eigenen Vorschlägen).
        Es gibt zig Artikel und Interviews zu diesen Thema, in denen Forscher_innen explizit festhalten, dass sie niemandem etwas vorschreiben, sondern Alternativen aufzeigen wollen. „Oberlehrerhaft“ kommt in meinen Augen eher die Opposition daher, die einem dann vorwirft, man hätte ja wohl noch nie ein Buch gelesen und würde die Regeln deutscher Grammatik nicht kennen.

        Was unbefriedigend an dem Oberlehrerhaft-Argument ist: Die Debatte wird formal zurückgewiesen, ohne dass sich inhaltlich damit auseinandergesetzt wird. Und das mit Erfolg! Wie viel Energie verschwenden wir damit, über die Berechtigung der Debatte zu diskutieren? Das konserviert die Situation und unterbindet jede Entwicklung.

      5. Ich habe nicht von öffentlichen Toiletten sondern von Toiletten gesprochen. Jede Wohnung hat eine. Daher kann eine Unisextoilette, bloß weil sie nun öffentlich ist, eigentlich kein Grund zur Aufregung sein.
        „“Oberlehrerhaft” kommt in meinen Augen eher die Opposition“
        Spannend, wie sehr sich unsere Wahrnehmung unterscheidet.
        Aber ja, bei zum Beispiel dem Profesx Lan hast du recht, dx war da durchaus offen. Aber oft enden solche Diskussionen mit „educate yourself“ und einem Block, bevor sie überhaupt angefangen haben.
        Ich bin da wirklich an einer Debatte interessiert, mir scheint aber, dass ein paar Grundannahmen glauben muss, bevor man an der Debatte teilnehmen darf.
        Wäre es diskriminierend, die Behindertentoiletten als Unisextoiletten mitzunutzen? Das wäre eine Lösung, die recht einfach wäre, jeder Arbeitgeber und auch viele andere könnten das sofort umsetzen. Wäre eine sehr einfache Lösung, würde aber Transsexuelle mit Behinderten assozieren.

      6. Unisextoiletten nehmen den gleichen Platz ein. Ausser man verzichtet auf die getrennten toiletten. Da hätte ich kein Problem mit.

      7. Es geht doch hier aber um öffentliche Toiletten?

        Ich weiß nicht, ob „Transesexuelle mit behinderten zu assoziieren“ so eine glückliche Formulierung ist, scheint sie doch behinderte Menschen in diesem Zusammenhang negativ zu konnotieren.

  2. „und nicht etwa, weil Mehdorn persönlich damit beschäftig ist, in Berlin-Mitte neue Türschilder an die Klos zu schrauben, statt sich um die Eröffnung zu kümmern“

    :-D. Made my day.

    Darf ich mal böse sein? Frau Kelle (oder die Biggi) hat halt ihr Jurastudium abgebrochen wegen Familie und so. Jetzt ist sie über 40, die Kinder größer und sie langweilt sich daheim. Andere gehen jetzt töpfern in der VHS oder malen in der Toskana. Oder so. Sie hat einen lukrativeren Weg entdeckt: Sie schreibt konservative Werke für die „Das wird man wohl noch sagen dürfen“-Klientel. Ein Glück, dass der Ehemann entsprechende Kontakte in die Verlagsbranche hat …

  3. Das will ich nun nicht gehört haben ;-). Ich bin auch katholisch. Allerdings nicht übergetreten (konvertiert ist sie ja nicht, ist immer noch dieselbe Religion). Eher gab es in meinem Leben die ein oder andere Gelegenheit, in der es mir sehr sympathisch erschien, evangelisch (also evangelisch-lutherisch) zu werden …

    Trotzdem ist es mir schrecklich peinlich, dass Frau Kelle ihren Katholizismus wie eine Monstranz (hust) vor sich herträgt. Wir sind nicht alle so. Ehrlich. Eigentlich sogar die wenigsten von uns. Diese Wenigen schreien nur leider besonders laut.

    Ich msste übrigens auch laut lachen, als ich ihre total widersprüchlichen Aussagen zum Thema „Rosa und Glitzer ab Kindergartenalter – ein Beweis für Genetik“ gehört habe. Ich frage mich, ob sie nicht selbst bemerkt hat, WIE eigenartig ihre Aussage dazu war.

    1. Oh, nicht falsch verstehen: Ich komme selber aus einer Familie in der einige einen katholischen Glauben vertreten, war im katholischen Kindergarten etc. und verurteile niemanden für den eigenen Glauben, erst Recht nicht, wenn man so aufgewachsen ist und sich nicht aktiv dafür entschlossen hat.
      Suspekt erschien es mir nur, dass eine erwachsene Frau, die ihre Religion zudem so penetrant vor sich herträgt, vor gerade mal vier Jahren dazu konvertiert ist (hab das jetzt nochmal nachgeschlagen, Wikipedia meint, das kann man auch in diesem Fall so nennen, daher bleib ich jetzt einfach mal dabei 🙂 ) und das ausgerechnet darauf begründet, dass sie eine Rede des Papstes so bewegt hätte *.*
      Mittlerweile wettert sie gegen die evangelische Kirche und dagegen, dass sie sich mit Genderthemen auseinandersetzt. Also für mich ist es der rückwärtsgerichtete Grund für den Wechsel, den ich merkwürdig finde, nicht in erster Linie die Religion selber…
      Ist ja immer ein leidiges Thema, wenn vereinzelte Negativerscheinungen einer Gruppe das öffentliche Bild so prägen.

    2. @ Margret
      „Ich msste übrigens auch laut lachen, als ich ihre total widersprüchlichen Aussagen zum Thema “Rosa und Glitzer ab Kindergartenalter – ein Beweis für Genetik” gehört habe. Ich frage mich, ob sie nicht selbst bemerkt hat, WIE eigenartig ihre Aussage dazu war.“

      „Eigenartig“ ist schon ausgesprochen höflich formuliert. Es war schlicht unlogisch und ein kompletter Widerspruch. Gemerkt hat sie das allerdings – sogar im Gegensatz zu Plasberg – nicht.

  4. Ja, die bahnbrechende Rede des Papstes ;-). Und dass Übergetretene sich oft besonders negativ über ihre Ursprungskonfession (bzw. Konvertiten auch über ihre ursprüngliche Religon) äußern, ist ja nichts neues.

    Ich frage mich ja übrigens auch immer, aus welchen Löchern so einige Kommentatoren unter Artikeln zum Thema „Birgit Kelle“ oder „Gender“ gekrochen kommen. Ich weiß, das ist wieder böse, aber irgendwie sind es doch immer dieselben, die auf X Medien dazu hunderte Pro Kelle-Kommentare absondern. Im realen Leben kenne sogar ich, aus absolut konservativem Umfeld stammend, kaum jemanden, der sie gut findet.

  5. Schöner Text, danke dafür.
    Frau Kelle gruselt mich regelrecht an. Brrrr….
    Ich finde Unisextoletten sind eine tolle Idee, wahrscheinlich kann an da auch sehr platz-ökonomische Designs entwickeln.
    Ich muss zugeben, dass ich Wickeltische noch nie auf Damentoiletten gesehen habe, das spricht wohl für eine posivite Entwicklung. Es gibt entweder extra Wickelräume oder Wandklappwickeltische sind in die Toiletten für Menschen mit Behinderungen eingearbeitet. Den Wickeltisch im Damenklo irgendwo in die Ecke zu quetschen finde ich ziemlich daneben. Allerdings gibt es auch öfter mal gar keine Wickelmöglichkeit… auch wieder Mist.

  6. Frau Kelle hat einiges zum Thema zum Gender geschrieben, ein ganzes Buch nämlich.

    Und Du arbeitest dich allein am Thema Unisex-Toiletten ab? Und mehr Homophobie als das von dir angeführte Zitat konntest Du nicht ausfindig machen? Ganz schwache Leistung, die niemanden überzeugt, der das Buch gelesen hat.

    1. Da es dir entgangen zu sein scheint: es geht in dem Text nicht um das Buch, sondern um den Focus-Artikel und den TV-Auftritt… aber das Buch ist bestimmt mindestens genauso überzeugend und dass man darin sicher noch weitaus homophoberen Müll findet, glaube ich dir gerne 😉

    2. Wenn die Sendung schon mit „Ampelmännchen“ betitelt wird, und dann über Hirsche und Toiletten debattiert wird, kann man leicht ablesen, wie ernst man sich mit der Thematik beschäftigt hat. Offensichtlich gar nicht. Da mußte wohl erst ein Herr Hofreiter kommen und erklären, dass sich Gender Studies mit wesentlich relevanteren Themen befassen. Aber die lassen sich wohl nicht so polemisch und reißerisch lächerlich machen und Kelle/Thomalla & Konsorten hätten dann keine Bühne mehr gehabt. Zu schade aber auch.

      Und dass Kelle in der Tat ein schweres Problem mit Akzeptanz ggü alternativen Lebenmodellen hat, sieht man doch schon daran, dass sie gemeinsam mit AfD-Abgeordneten die unsäglichen „Demos für alle“ mitorganisiert.

  7. @Onyx: Die Medizin kommt auch ohne Gender aus, bzw. steht zu ihr im Widerspruch. Das dass biologische Geschlecht nach dem Spitzenstar des Genderismus – Judith Butler – irrelevant ist, löst bei Medizinern und Biologen befremden aus. Und Hofreiter führt ja dann auch ein biologisches Argument mit den Knien an, wozu er gleich die passende Antwort bekam: „Dafür braucht man kein Gender!“

    Und was den Mangel an Akzeptanz von Frau Kelle angeht: Arbeite Du erstmal an deiner Akzeptanz gegenüber Männern – daran mangelt es dir nämlich.

    1. „Die Medizin kommt auch ohne Gender aus, bzw. steht zu ihr im Widerspruch.“

      -> stimmt so nicht, Gender Studies verstehen sich als transdiziplinäre Perspektive, nicht als binäres Pendant. Biologische Gegebenheiten werden auch in den Gender Studies nicht verleugnet, hier besteht kein Widerspruch, sondern eher eine Korrespondenz.

      „… löst bei Medizinern und Biologen befremden aus.“

      -> ebenfalls so nicht richtig. Schau mal in die Vorlesungsverzeichnisse deutscher Unis, sowohl in der Medizin als auch in der Biologie werden VON Mediziner_innen und Biolog_innen Veranstaltungen mit Genderaspekt angeboten, deine Verallgemeinerung geht nicht auf. Es mag sein, dass auch das Genderthema (wie übrigens jedes andere Thema mit wissenschaftlichem Gehalt auch) kontrovers diskutiert wird, aber dass sich Biologie und Gender grundsätzlich nicht vereinbaren lassen stimmt so nicht.

      „Und Hofreiter führt ja dann auch ein biologisches Argument mit den Knien an, wozu er gleich die passende Antwort bekam: „Dafür braucht man kein Gender!“ “

      -> ob das Beispiel Hofreiters jetzt das optimalste war, sei mal dahingestellt. Dennoch zeigt sich hier: Nur wenn man von einem androzentrischen Weltbild ausgeht, in dem der Mann* automatisch als universeller Ausgangspunkt betrachtet wird (und die Frau* als speziell und davon abweichend) baut man wie selbstverständlich allen Menschen ein männliches Kniegelenk ein, ohne auf die individuellen Bedürfnisse von allem, was nicht männlich ist, einzugehen. Die Genderperspektive auf den Bereich „Medizin“ angelegt verdeutlicht hier das Übergehen der Bedürfnisse nicht-männlicher Personen.

      „Arbeite Du erstmal an deiner Akzeptanz gegenüber Männern – daran mangelt es dir nämlich.“

      -> mal abgesehen davon, dass ich hier in dieser Diskussion keine Aussage finde, die Männer nicht akzeptiert, ist das ja auch schon wieder eine echt vielsagende Äußerung… „Akzeptiere erstmal Männer (zufällig gehöre ich auch dazu), bevor du nach Akzeptanz für den „Rest“ verlangst“ – der Formulierung selbst scheint schon eine Klassifizierung inhärent, die Menschen Prioritäten zuweist („normal“-männlich hat also vor „allen anderen“ Akzeptanz verdient)…

      1. „mal abgesehen davon, dass ich hier in dieser Diskussion keine Aussage finde, die Männer nicht akzeptiert, ist das ja auch schon wieder eine echt vielsagende Äußerung… “Akzeptiere erstmal Männer (zufällig gehöre ich auch dazu), bevor du nach Akzeptanz für den “Rest” verlangst” – der Formulierung selbst scheint schon eine Klassifizierung inhärent, die Menschen Prioritäten zuweist (“normal”-männlich hat also vor “allen anderen” Akzeptanz verdient)…“

        So weit hab ich das gar nicht interpretiert. Es ist halt schlicht eine recht dreiste unwahre Unterstellung. Und insofern in der Tat vielsagend, dass es wiedermal zeigt, wie simpel die antifeministische Feindbildpflege funktioniert. Feministin -> hasst Männer, *gähn. Das dümmste aller Vorurteile. Wie originell. Er reiht sich damit nahtlos zu mehreren anderen Personen ein, die das exakt genauso handhaben.

      2. Die ist eine Sammelantwort auf mehrere Postings von Muschimieze und Onyx

        -> stimmt so nicht, Gender Studies verstehen sich als transdiziplinäre Perspektive, nicht als binäres Pendant. Biologische Gegebenheiten werden auch in den Gender Studies nicht verleugnet, hier besteht kein Widerspruch, sondern eher eine Korrespondenz.

        Laut dem Spitzenstar des Genderismus, Judith Butler, ist dass Gender-Geschlecht (Gehirn-Geschlecht, sexuelle Orientierung, soziales Geschlecht) vollkommen unabhängig vom biologischen Geschlecht. Wenn erst mal die „heteronormative Matrix“ überwunden ist, die „Zangsheterosexualität“, wäre Heterosexualität nicht mehr dominierend, sondern nur eine unter vielen sexuellen Identitäten. Und das steht im massiven Widerspruch zur Medizin, Biologie, Neurologie und weitere. Bezeichnenderweise ist Judith Butler keine Natur- sondern nur Geisteswissenschaftlerin.

        -> ebenfalls so nicht richtig. Schau mal in die Vorlesungsverzeichnisse deutscher Unis, sowohl in der Medizin als auch in der Biologie werden VON Mediziner_innen und Biolog_innen Veranstaltungen mit Genderaspekt angeboten, deine Verallgemeinerung geht nicht auf.

        Genauso gut kannst Du mir erklären, dass man nicht ohne Marxismus auskommen könne, weil dieser in den Vorlesungsverzeichnissen von DDR-Unis aufgeführt war.

        Genderismus versteht sich als „transdisziplinär“, d.h. irgendwelche Genderistinnen gehen in andere Disziplinen und versuchen über all den Genderaspekt reinzudrücken – ja selbst die Informatik oder Mathematik ist nicht sicher vor der genderistischen/klassifistischen Sichtweise, wie u.a. Andreas Kemper unter Beweis stellt. Und bei der Wikipedia konnte ich mal nachlesen, dass auch die Quantenphysik für den Genderismus geöffnet werden soll – denn den „patriarchalen“ Wissenschaften ist grundsätzlich nicht zu trauen.

        Wenn Du also anführst, dass Genderismus auch Fächer wie Biologie befällt, und sich dann entsprechende Kurse in den Vorlesungsverzeichnissen auftauchen, überzeugt mich das exakt Null.

        Weiteres Beispiel: Inwiefern überzeugt dich die „Rassenlehre“, weil sie – schon lange vor den Nazis – im 19. Jahrhundert an Universitäten als Wissenschaft galt?

        Es mag sein, dass auch das Genderthema (wie übrigens jedes andere Thema mit wissenschaftlichem Gehalt auch) kontrovers diskutiert wird, aber dass sich Biologie und Gender grundsätzlich nicht vereinbaren lassen stimmt so nicht.

        Gender ist keine Wissenschaft sondern Ideologie. Beispiel: Wieviele Geschlechter gibt es denn nun? 60, 4.000 oder gleich sieben Milliarden? Wenn Du einen Mathematiker nach pi fragst, erhältst Du jedesmal dieselbe Antwort. Gender ist ein Laberfach, jeder redet gerade so vor sich hin, wie es ihm gerade passt. Kritiker – und Kritik ist in der seriösen Wissenschaft absolut berechtigt, ja notwendig – erhielten ganz einfach keine Antworten, als sie versuchten, Genderismus auf ihre Wissenschaftlichkeit zu prüfen. Prof. Buchholz hat einen wissenschaftlich eruierenden Fragebogen an die Gender-Lehrstühle geschickt. Wieviel Genderisten haben geantwortet? Null. Hadmut Danisch hat dasselbe bei der Humboldt-Universität zu Berlin versucht, und erhielt ebenfalls keine Antwort. Für seriöse Wissenschaften, die ihre Hypothesen ganz selbstverständlich unter Beweis stellen müssen, ein absolutes NOGO.

        Auf der einen Seite nehmen Genderistinnen Wissenschaftlichkeit für sich in Anspruch, auf der anderen Seite wird Wissenschaft als „patriarchales Konstrukt“ abgelehnt, vergleiche die Genderisten und Radikalfeministin Susanne Baer, jetzt Bundesverfassungsrichterin und ehemalige Leiterin der GenderKompetenzZentrum.

        Zu dem Glaubenssatz, es gäbe mehr als zwei Geschlechter, schreibe ich hier:
        http://der-juengling.blogspot.de/2015/03/gender-mehr-als-zwei-geschlechter.html

        Zu dem Glaubenssatz, das Gender-Geschlecht sei nicht angeboren, sondern durch soziale Prägung festgelegt, schreibe ich hier:
        http://der-juengling.blogspot.de/2015/03/uber-nicht-cis-menschen-und-deren.html

        -> ob das Beispiel Hofreiters jetzt das optimalste war, sei mal dahingestellt. Dennoch zeigt sich hier: Nur wenn man von einem androzentrischen Weltbild ausgeht, in dem der Mann* automatisch als universeller Ausgangspunkt betrachtet wird (und die Frau* als speziell und davon abweichend) baut man wie selbstverständlich allen Menschen ein männliches Kniegelenk ein, ohne auf die individuellen Bedürfnisse von allem, was nicht männlich ist, einzugehen. Die Genderperspektive auf den Bereich “Medizin” angelegt verdeutlicht hier das Übergehen der Bedürfnisse nicht-männlicher Personen.

        Ich sehe nicht, dass die Medizin androzentrisch wäre; Beispiel Depression: Inzwischen weiß man, dass Männer im Schnitt andere Symptomatik zeigen als Frauen – was sich immer noch nicht bis zu allen Ärzten rumgesprochen hat. Hier geht man allein auf die Bedürfnisse von Frauen ein. Und in wie weit geht das breite Feld der Gynäkologie nicht auf die Bedürfnisse von nicht-männlichen Personen ein? Warum gibt es landesweit nur Frauenkliniken aber keine für Männer. Um einfach mal ein paar Beispiele zu nennen.

        Zu behaupten, unsere Gesellschaft sei androzentrisch ist übrigens männerfeindlich (dazu unten mehr).

        -> mal abgesehen davon, dass ich hier in dieser Diskussion keine Aussage finde, die Männer nicht akzeptiert, ist das ja auch schon wieder eine echt vielsagende Äußerung… “Akzeptiere erstmal Männer (zufällig gehöre ich auch dazu), bevor du nach Akzeptanz für den “Rest” verlangst” – der Formulierung selbst scheint schon eine Klassifizierung inhärent, die Menschen Prioritäten zuweist (“normal”-männlich hat also vor “allen anderen” Akzeptanz verdient)…

        Ach so: Schwule und Lesben dürfen also keine Akzeptanz für ihre Gruppen einfordern, weil sie ja „zufällig dazugehören“! Brillant argumentiert, Du hast mich überzeugt.

        Aber inwiefern entnimmst meinem Satz, dass ich eine Akzetpanz „VOR ALLEN ANDEREN“ fordere? Böswillige Unterstellung, oder schlicht Dummheit oder ideologische Verblendung, die das Textverständnis beeinträchtigt?

        Naja, was soll man auch erwarten von einer Feministin, die Männern, die ein Kompliment äußern, sofort vorhält, sie würden Macht ausüben, indem sie den armen Opfas ihre Schönheitsideale aufdrücken, nicht wahr? Du selbst bist eine Sexistin, deshalb kannst Du – wie Onyx – deinen Sexismus nicht wahrnehmen.

        Im Folgenden gehe ich auf Onyx‘ Antwort (siehe unten) ein:

        Es ging nicht nur um Kniegelenke. Deutlich wird das etwa ab Minute 54, als Kelle ihren Monolog darüber hält, dass sie sich um ihre Jungs mehr sorgt als um ihre Mädchen, weil ja Jungs viel gefährdeter in allem sind als Mädchen etc.

        Und genau hier zeigt sich der Sexismus von Onyx: Wenn hier die Geschlechter getauscht wären, würde sie nicht so abfällig darüber reden, sondern diese Problematiken von Mädchen ernst nehmen; und vermutlich gleich noch eine Anklage gegen das „androzentrische Pratriarchat“ formulieren. Wetten dass…?

        Weiterhin ist Onyx eine Anhängerin der „Rape-Culture-Theorie“, und es gibt kaum etwas männerfeindlicheres, als eben diese Theorie:

        https://onyxgedankensalat.wordpress.com/tag/rape-culture/

        Genau dort setzt Hofreiter an und erläutert, dass sich Gender Studies genau mit solchen Themen befassen.

        Was eine Lüge ist; Gender -Studies und -Mainstreaming sind die Ursachen für solche Krisen u.a. bei den Jungen, und unternehmen nicht das geringste, dagegen vorzugehen. Und komm mir ja nicht mit dem Alibi-Projekt „Neue Wege für Jungs“ – dieses dient nämlich nicht den Interessen von Jungen, sondern den Interessen von Feministinnen.

        Beispiel: Als das Bundesministerium für Bildung und Forschung in einer eigenen Studie zu dem Ergebnis kam, dass Jungen im Schulbetrieb systematisch benachteiligt werden, wie reagierten die Frauen, die dort das Sagen haben? Antwort: Sie versuchten die Studie in der Versenkung verschwinden zu lassen! Wo sind die Genderisten, die, wie Hofreiter behauptet, sich hier zuständig sehen? Eben.

        Dieser ganze Dialog lässt sich in etwa so zusammenfassen:

        Kelle: „Staatsfeminismus (also Gender) schadet den Jungen!“
        Hofreiter: „Deswegen brauchen wir noch mehr Gender!“

        Das war’s.

        p.s.: Ich klink mich aus. Keine Lust bis zu einem Tag zu warten, bis meine Beiträge gnädigerweise freigeschaltet werden. Ich beteilige mich an dieser Diskussion nur dann noch weiter, wenn ich auf die White-List komme.

      3. Ok, du legst mir Worte in den Mund/ ordnest mir Aussagen zu, die ich niemals so in der Form geäußert habe und die meine Aussagen und mein Verhalten auch überhaupt nicht spiegeln („was soll man auch erwarten von einer Feministin, die Männern, die ein Kompliment äußern, sofort vorhält, sie würden Macht ausüben, indem sie den armen Opfas ihre Schönheitsideale aufdrücken“ >> du denkst sehr klischeehaft und im Endeffekt drückst du mir hier einen Stempel auf, der mir absolut nicht gerecht wird).
        Du wirst also persönlich und unsachlich. Du diffamierst mich ohne jeden Kontextbezug als Sexistin unterstellst mir Dummheit oder ideologische Verblendung (hat nen ziemlich langen Bart und ist zudem eine extrem flache und beliebige Argumentationsstrategie, könnte ich dir doch im Grunde genau das Gleiche vorwerfen – was ich zu keinem Zeitpunkt getan habe).
        Die Gelegenheit nutzt du dann noch für ein wenig Eigenwerbung 😉
        Und abschließend forderst du dann auf die nicht existierende „White-List“ zu kommen, da ich als berufstätiger Mensch, manchmal bis zu einem Tag (!!!!!!einself) benötige, um ausführlich auf deine Kommentare zu antworten (ich schalte Kommentare grundsätzlich nur nachdem ich sie gelesen habe frei).
        Äh ja, sehr witzig.
        Da du dich aus der Diskussion eh ausklinken wirst, spar ich mir jetzt die Nerven, mich inhaltlich an dem Beitrag abzurackern (auch wenn es dazu sicher eine Menge zu sagen gäbe). Aufgrund deines Diskussionsstils (persönlich, abwertend, unsachlich) besteht von meiner Seite ebenfalls kein Interesse mehr daran, das Gespräch fortzuführen.

    2. @ uepsilonniks

      Es ging nicht nur um Kniegelenke. Deutlich wird das etwa ab Minute 54, als Kelle ihren Monolog darüber hält, dass sie sich um ihre Jungs mehr sorgt als um ihre Mädchen, weil ja Jungs viel gefährdeter in allem sind als Mädchen etc. Genau dort setzt Hofreiter an und erläutert, dass sich Gender Studies genau mit solchen Themen befassen. Hat nur keiner so wirklich verstanden, geschweige denn, ist drauf eingegangen, weil man sich lieber an Hirschen und Ampelfrauen abarbeitet. Ist ja auch einfacher.

      „Und was den Mangel an Akzeptanz von Frau Kelle angeht: Arbeite Du erstmal an deiner Akzeptanz gegenüber Männern – daran mangelt es dir nämlich.“

      *prust

      Der Experte hat gesprochen und seine brilliante Ferndiagnose aufgestellt 😀

      Aber um den Spaß mal fortzuführen, kannst du ja mal versuchen, deine Behauptungen zu belegen, und Zitate bringen, die meine angebliche Nicht-Akzeptanz Männern gegenüber darlegen. Viel Glück. Ansonsten würde ich dir empfehlen, mit solchen Äußerungen etwas vorsichtiger zu sein. Sonst steht man nämlich schnell als feindbildverblendete Antifeminist und Lügner da. Wärst der erste nicht.

  8. @ onyx

    Die Sache mit den Hirschen ist doch nicht auf ihrem Mist gewachsen. Klar ist es Blödsinn das dafür Steuergelder ausgegeben werden. Genau das kritisiert sie ja.

    Frau Kelle war nur die Überbringerin.

    „dass sich Gender Studies mit wesentlich relevanteren Themen befassen“

    Die da wären?

    Das Buch hört sich auf jeden Fall interessant an.

    1. „“dass sich Gender Studies mit wesentlich relevanteren Themen befassen”

      Die da wären?“

      Das kann man sich etwa ab Minute 54 anschauen. Nach Kelles Monolog über ihre Kinder gibt Hofreiter die Antwort darauf.

  9. „Und was den Mangel an Akzeptanz von Frau Kelle angeht: Arbeite Du erstmal an deiner Akzeptanz gegenüber Männern – daran mangelt es dir nämlich.“

    Woran genau machst Du das fest?

    An einer konkreten Situation? Konkreten Aussagen? Oder nur daran, dass Onyx deine Positionen nicht akkzeptiert und Du zufällig ein Mann bist ?

    @ Onyx Wenn Julia die Julia ist (Du weißt schon, angeblich lesbische Schwulenhasserin mit dem Anspruch, Schwulen den Garaus zu machen) erübrigt sich jede Diskussion. Sie / Er findet B. Kelle natürlich prima. Was auch sonst. Genau für die Klientel schreibt Birgit Kelle ja. Diejenigen, die auf der „Demo für alle“ mitrennen.

    1. „Wenn Julia die Julia ist (Du weißt schon, angeblich lesbische Schwulenhasserin mit dem Anspruch, Schwulen den Garaus zu machen) erübrigt sich jede Diskussion.“

      Ich weiß.

      „Sie / Er findet B. Kelle natürlich prima.“

      Ist aber unlogisch, weil Kelle Lesben genauso „akzeptiert“ wie Schwule.

  10. Leszek, den ich als hochkompetenten Kommentator kenne, führt an, dass Onyx mit ihrer „Rape-Culture-Theorie“ nicht ein einseitiges Männer-Täter- und Frauen-Opfer-Bild bedient. Insofern ziehe ich die entsprechende Anschuldigung zurück und entschuldige mich bei Onyx, dass ich sie vorschnell verurteilt habe und in eine Schublade steckte.

      1. @muschimieze
        Lass nur, schon ok. Wenn eine Feministin was sagt (und sei es nur über sich selbst), hat das eben keinen Wert. Das muß dann erst von „hochkompetenter“ Seite bestätigt werden.

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