Viagra für die Frau?! Der fehlt nix – das muss so!

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„Für mich war der Effekt nicht bescheiden, sondern bedeutend.“

(Probandin von Flibanserin)

Frauen, die an einer bestimmten Form von Sexualfunktionsstörung leiden, sollen demnächst durch ein neues Medikament die Möglichkeit erhalten, ihre Lust auf Sex zurückzugewinnen. „Flibanserin“ nennt sich jenes, auf den Hormonhaushalt wirkendes Antidepressivum, welches derzeit als „Viagra für die Frau“ durch die Medien geistert – und das, obwohl es aufgrund des differenten Anwendungsgebiet und der Wirkweise keinesfalls als äquivalentes Pendant zu der blauen Pille für den Mann gehandelt werden kann.

Bislang erhielt das Medikament „Flibanserin“ aufgrund „massiver“ Nebenwirkung keine Freigabe – das soll sich nun ändern. Ob mögliche „Müdigkeit“ oder „Schwindel“ tatsächlich als legitime Begründungen haltbar gewesen wären, um die Vermarktung von „Filbanserin“ weiterhin zu verhindern, sei mal dahingestellt. Hierbei handelt es sich schließlich um Standardnebenwirkungen der verhältnismäßig harmloseren Sorte, wie wir sie von zahlreichen rezeptfrei erhältlichen und teils inflationär verwendeten Präparaten (wie beispielsweise Paracetamol oder Ibuprofen) zu Genüge kennen. Die Frage, warum ein Präparat um die weibliche Lust zu steigern, so lang auf sich warten gelassen hat und ob nicht vielleicht auch gesellschaftlich-kulturell verankerte Faktoren eine Rolle bei der zögerlichen Zulassung von „Flibanserin“ eine Rolle gespielt haben, soll an dieser Stelle jedoch nicht im Fokus stehen. Dass für die Pharmaindustrie, welche durch und durch von kapitalistischen Strukturen beherrscht wird, insbesondere der Profit und nicht in erster Linie das Wohl potenzieller Patient_innen im Mittelpunkt steht steht, liegt auf der Hand. Ob die bösen Pharmakonzerne also nur Profit machen wollen, wer an dem Medikament verdient und ob es überhaupt notwendig ist, bleibt im Folgenden ebenfalls unberücksichtigt.

Ich bin keine Medizinerin. Inwiefern dieses Produkt wirksam, verträglich oder sinnvoll ist, vermag ich also nicht zu beurteilen. So geht es jedoch nicht nur mir, sondern den allermeisten Menschen, die dennoch nicht an sich halten können, die Kommentarspalten der großen deutschen Online-Magazine zu diesem Thema mit ihrem Senf zu bekleckern. Interessant finde ich die Tatsache, dass sich viele Menschen an der impliziten These zu stoßen scheinen, dass es Frauen gibt, die aus einem in ihnen selbst liegenden Grund körperlicher oder seelischer Natur, keine Lust auf Sex haben, diesen Trieb vermissen und an ihrer Situation aktiv etwas ändern wollen.

Verschiedene, konträr zueinander stehende und einander ausschließende Weiblichkeitsentwürfe werden abgerufen und verursachen ein immenses Spannungsfeld in den Diskussionsbeiträgen der Protagonist_innen. Wie lässt sich all die nackte Haut auf Werbeplakaten und die im Folgenden viel besungene „Sexualisierung“ unserer Gesellschaft, welche in ihrem Rahmen dargestellte Frauen objektifiziert und fremdbestimmt präsentiert, mit einem Präparat vereinbaren, dass Frauen als handelnde, aktive und empfindende Subjekte an ihrer eigenen Sexualität teilhaben lassen möchte? Fehlt Frauen überhaupt irgendwas, wenn sie keine Lust auf Sex haben? Können Frauen überhaupt eine von ihrem (einen! männlichen!) Partner (!) unabhängige Sexualität haben? Plötzlich sind wir wieder ganz nah an einer obsoleten (und gemeinhin als längst überwundenen geglaubten) Sexualmoral, die „richtige“ und „legitime“ weibliche Sexualität eng mit Ehe-konformen Denkmustern verknüpft, welche den einzig akzeptablen Ausdruck weiblicher Sexualität in der reproduzierenden Hetero-Ehe sieht.

Sexuelle Potenz stand seit jeher auch als Symbolik für Herrschaft und Macht. Sexualitäts- und Machtkonzepte sind so eng ineinander verwoben, dass wir sie nicht nur geschichtlich dingfest machen können, auch alltägliche und gegenwärtige Formen sexualisierter Gewalt und Diskriminierungen äußern sich insbesondere dadurch, dass sie sich gegen die körperliche und seelische Integrität des Gegenübers richten und meist weniger der sexueller Befriedigung als der Ausübung von Kontrolle und Macht dienen. Nicht zuletzt ein statisch konzipiertes und dualistisch ausgerichtetes Bild von „Mann“ bzw. „Frau“ hat dazu geführt, dass dem einen „Geschlecht“ über einen langen Zeitpunkt die sexuelle Verfügungsgewalt und politische Macht im Öffentlichen zugeschrieben wurde und dem anderen äquivalent dazu reproduzierende und passive Aufgaben im Privaten. Eine Frau scheint nach diesem Modell überhaupt keine eigene Sexualität zu haben, in der Ehe „Heilige“ (bis dato jungfräulich und anschließend reproduzierend), außerhalb der Ehe eine „Hure“ (unanständig, verboten, schmutzig). Wie kann man also Aussagen werten, die versuchen, die Sexualität und Selbstbestimmung von Frauen zu werten und zu regulieren? Aussagen, die versuchen die Existenz von weiblicher Lust und Sexualität zu leugnen oder sexuelle Potenz per se ausschließlich Männern zuschreiben? Aussagen, die die Nützlichkeit, eines Präparats wie „Flibanserin“ aufgrund eben dieser vermeintlichen Tatsache in Frage stellen?

Unser Verständnis der romantischen Liebe hat religiöse Qualität. Statt Gott sind wir einander treu. Als Frau, vor allem als junge, heterosexuelle Frau, ist es ketzerisch zu sagen, dass man nicht an dieses Konzept glaubt. Unsere Selbstbestätigung hängt davon ab, ob wir den perfekten Partner finden. Scheitern wir, so gelten wir gesellschaftlich als minderwertig.“

(Laurie Penny in einem aktuellen Interview der taz)

Sowohl durch Konsens als auch durch Zwang konstituierte Vorstellungen davon, wie sich weibliche Sexualität äußern dürfe und in welchem Kontext sie überhaupt erscheinen darf, haben im vergangenen Jahrhundert zu einer pauschal gültigen, limitierenden Regulierung dessen geführt, worüber jeder Mensch am besten individuell und für sich selbst entscheidet: das Sexualleben.

Ein Präparat das, und es ist für den argumentativen Zweck an dieser Stelle gänzlich unbedeutend, ob dies denn auch gelingt, Frauen einen Zugang zu ihrem Lustempfinden und damit zu ihrer sexuellen Potenz verschaffen möchte, scheint mit seinem Ziel jenem Anspruch zu widersprechen, welcher weibliche Sexualität reglementieren und am liebsten auch institutionalisieren würde.

Was kann man also tun, wenn man ein patriarchal legitimiertes Konzept durch was-auch-immer und sei-es-auch-noch-so-theoretisch bedroht sieht? Man holt zu einem Rundumschlag aus, der möglichst alle Klischees bedient! Sowohl Männer als auch Frauen haben es sich nicht nehmen lassen, tief in der Sexismus-Kiste zu wühlen und einen bezeichnenden Querschnitt ganz aktueller Vorstellungen unserer Gesellschaft zu liefern.


Eine Frau die Lust auf Sex hat? Was nützt das nun dem Mann? Und wo finde ich jetzt eigentlich das Wort „Mann“ in der Bezeichnung „Viagra für die Frau“?????!!!!!11111elf

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Uh-Oh… Da klingt ja die blanke Angst durch. Der Arme könnte sich die Valium sparen, wenn er weibliche Sexualität nicht mit von-einem-Mann-gebumst-werden gleichsetzen würde. Die Vorstellung, dass letzteres nicht der Nabel der Welt sein könnte, scheint ihn jedenfalls hochgradig zu beunruhigen.

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Jo, wie bei jedem Nutztier, soll einem die Benutzung schließlich auch was Nutzen, oder nicht? Also lieber lustlos und maximal benutzbar, als wuschig und nutzlos. Nachvollziehbar.

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Der User Leidenfeuer hat ne Menge Feuer, welches ihm großes Leid bringt, weil er nur Dank seiner Überredungskünste oder seinem dicken Geldbeutel überhaupt mal zum Zug kommt. Doch anstatt sich seiner überzeugenden Zungenfertigkeiten oder dem finanziellen Erfolg zu erfreuen, frustriert ihn die sexuelle Zuneigung der Frauen, die schließlich Ursache seiner Misere ist. Gut, dass es jetzt eine Pille gibt (vom Mann, für den Mann), damit das Feuer des Leidens endlich gelöscht werden kann!

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Graupensuppe-Essen gehört bekanntermaßen auch zu den natürlichen Grundbedürfnissen des Menschen. Und wie mit allen Grundbedürfnissen verhält es sich auch hier so: Wenn ich keine Lust drauf habe, verzichte ich halt drauf! Wer Schlafprobleme hat, ist einfach nur nicht müde genug und wird die Nachtruhe sicher auch nicht vermissen. Wer aufgrund einer psychischen Störung an Appetitlosigkeit leidet, sollte es mit dem Essen halt einfach ganz aufgeben, statt zu jammern. Und wer Atemprobleme hat, der hatte wohl schon zu viel Sauerstoff. Klingt logisch. Ist halt wie Graupensuppe essen. Wenns nicht schmeckt, einfach sein lassen! Und am Ende ist die Unlust am Sex sowieso Resultat eines unüberwindbaren Kommunikationsproblems zwischen (Trommelwirbel!) Mann und Frau (wundert sich noch jemand?).


Nett gemeint, aber…

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Der Subtext dieses Kommentars verlockt zu der Annahme, hier handele es sich um eine verteidigende Aussage, Frauen einfach ihr Recht auf Selbstbestimmung zu lassen. Selbstbestimmung interpretiert als Recht, keinen Sex haben zu müssen, wenn keine Lust auf Sex besteht. Leider fußt diese Aussage auf der Annahme, dass Frauen niemals etwas fehlen würde, wenn sie keine Lust auf Sex hätten und auch kein Bedürfnis hätten, dies zu ändern. Gekrönt wird diese Perspektive nur noch mit dem kruden Nachschub, dass Frauen das Problem mit dem „wollen“ aber nicht „können“ nun wirklich nicht hätten – klar, rein geht ja immer, ne?


Es muss am Mann liegen! Der muss nämlich auch notwendigerweise existieren! Kein Mann, keine Lust. Keine Lust, schlechter Mann. Gaaaanz easy.

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Wenn eine Frau keine Lust auf Sex hat, dann liegt es natürlich an ihrem (selbstredend existenten) Partner. Es liegt also sowieso niemals in der Frau selbst, wenn keine Lust auf Sex besteht. Wie wir bereits gelernt haben, ist das ja auch gar nicht ihr Metier. Es liegt in seiner Verantwortung, dass das mit dem Sex läuft. Bei Männern ist das (natürlich!) anders. Da ist ein Medikament um die eigene Sexualität ausleben zu können, biologisch legitimiert.

Männern pauschal den schwarzen Peter zuzuschieben, sobald es im Bett nicht läuft ist nicht nur unfair – es spricht auch Frauen jegliche Handlungsautonomie ab.


Weibliche Sexualität? Das schließt sich doch begrifflich aus! 

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Puuuh, man hört förmlich ein erleichtertes Aufatmen hinter den Tastaturen. Jungs – ihr könnt euch den Angstschweiß von der Stirn tupfen, dieses Medikament ist ohne Mann völlig wirkungslos! Was soll eine Frau schließlich auch mit ihrer Sexualität anfangen, wenn sie ohne Kerl eh keinen „anständigen“ Sex haben kann? Also, keine Panik auf der Titanic, Kirche zurück ins Dorf – es bleibt alles beim Alten!

*Witzig, dass hier ein Wort gewählt wurde, dass sich indirekt auf Anstand, Sitte und Moral bezieht – „anständig“ kann also nicht nur im Sinne von „vollkommen“ und „richtig“, sondern auch als „normkonform“, „nicht-schmutzig“ oder „ehelich“ verstanden werden. Ideen von „richtig“/“falsch“, „reproduzierend“/“nicht-reproduzierend“, „institutionalisiert“/“frei“ werden mit dieser Wortwahl abgerufen.


Überall Titten! Jetzt reicht es aber mal mit dem ganzen Sex!

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Das ist wohl das, was man als klassischen Kategorienfehler bezeichnen kann. Eine nackte Frau auf der Supermarktwerbung stellt kein Abbild autonomer und freier weiblicher Sexualität dar, sondern reproduziert lediglich einen viel bemühten und limitierenden Stereotypen, eines verfügbaren und passiven Objekts. Eine Frau, die sich eine intakte Sexualität wünscht, muss wohl in den Augen dieses Kommentatoren wiederum eine Sklavin der Pornoindustrie sein. Hier scheint das Vermögen, das Abbild von vermeintlicher weiblicher Sexualität (durch die kapitalistisch-patriarchal und heteronormative Brille eines imaginiert männlichen Betrachters *Genderterminologiebingo*) von tatsächlicher, authentischer und autonomer weiblichen Sexualität differenzieren zu können, völlig verloren gegangen zu sein. Diffus wird alles was mit Sex und Frau zu tun hat in einem Abwasch als Symptom einer „übersexualisierten Welt“ gedeutet und entwertet. Eine sexuell potente Frau ist automatisch „Porno“, ihr Verlangen wird gleichsam stigmatisiert und als Anfang vom Ende der zivilisierten Gesellschaft gewertet – die unter diesen Umständen ja sowieso keine Zukunft mehr zu haben scheint. Eine Frau, die sich eine gesunde Lust auf Sex wünscht, wo soll das nur hinführen? Denkt doch bitte nun endlich mal wer an die Kinder?!


Denen Fehlt nix – das muss so!

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Gut, dass leser008 genau weiß, was den lustlosen Frauen (allen) fehlt und was nicht


Und wie bekommt man die frigiden Ollen jetzt dazu, den Kram zu schlucken? Ins Mettbrötchen?

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Guter Punkt. Was nutzt einem die beste Medizin, um die Prinzessinnen endlich willig zu machen, wenn die sie gar nicht nehmen wollen? Und warum sollten sie auch? Handelt sich schließlich um Frauen und für die ist das Mittel doch gar nicht gemacht worden… oder?

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Achjaaaa! Stimmt ja! Hat bestimmt auch weniger Nebenwirkungen und das Generve ist hinterher – dank Amnesie – auch nicht ganz so groß wie sonst. Zwei Fliegen, eine Klappe – einfach TOP!

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Viagra für die Frau? Das geht auch einfacher! 

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Einfach ein bisschen beim Abwasch helfen, dann flutscht es auch wieder! Eine Hand wäscht die andere, also wenn man ihr eine Freude im Haushalt macht (ihr Revier), dann macht sie ihm halt eine im Bett (sein Revier). Wenn einfach alle bei den Dingen bleiben würden, die ihnen entsprechen, gäbe es die Probleme gar nicht. Scheiß Emanzipation, das ist das Resultat davon! Und Männer sollten sich natürlich auch ab und zu mal waschen. Revolutionärer Ansatz.

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4 thoughts on “Viagra für die Frau?! Der fehlt nix – das muss so!

  1. Hmmm. Bin ein bissl spät, und habe Meinungen.
    Erstens ist das ein Tablette, die eins jeden Tag schlucken müsste – im Gegensatz zu Viagra. Nutzen/Risiko muss jede für sich abwägen.
    Zweitens schaue ich als Asexuelle da noch ein bisschen anders drauf … es gibt eben Frauen, die keinen Sex möchten, und meine Community hat Bedenken, dass asexuelle Frauen mitbehandelt werden, die vom Doc wahrscheinlicher mit der Krankheit als mit einer seltenen sexuellen Orientierung diagnostiziert werden. Nach dem Motto: Kann ja nicht sein, dass eine nie gar nix will.
    Wir werden sehen müssen, was passiert.

    Am Ende sollte jede so viel Sex wollen dürfen, wie sie möchte, und wenn sie dazu eine Tablette zuhilfe nimmt, dann geht das den Rest der Menschheit erstmal nix an. Genau wie es auch keine*n was angeht, ob wer Viagra zuhilfe nimmt.

  2. „Nicht zuletzt ein statisch konzipiertes und dualistisch ausgerichtetes Bild von “Mann” bzw. “Frau” hat dazu geführt, dass dem einen “Geschlecht” über einen langen Zeitpunkt die sexuelle Verfügungsgewalt und politische Macht im Öffentlichen zugeschrieben wurde und dem anderen äquivalent dazu reproduzierende und passive Aufgaben im Privaten.“

    Da wurde nichts „zugeschrieben“. Das haben die Menschen ganz für sich selbst so entschieden. Jedenfalls nachdem die Notwendigkeit dafür beseitigt worden ist. Sie wissen schon: durch Technologie. Die Technologie der weissen Männer, die im Alleingang Frauen befreit hat. Diese Wahrheit muss Feministen nerven, stelle ich mir vor. 🙂

  3. Ich bin Partner einer Frau mit sehr geringer Libido, aber ich beurteile dieses Medikament eher kritisch.

    Meine Frau und ich hatten schon seit Jahren keinen Sex; sie will das einfach nicht und es ist eben so. Ich als Partner muss das nun einmal respektieren und damit klarkommen.
    Ich kann ihr nicht einfach sagen, sie soll jetzt Pillen einwerfen, nur weil ich mit meinem Sexleben unzufrieden bin. Abgesehen davon, dass sie mir nach so einem Vorschlag wahrscheinlich sagen würde, dass ich meine Koffer packen kann, käme ich mir dabei auch ziemlich übergriffig und sexistisch vor. Meine Partnerin existiert schließlich nicht zu meinem Vergnügen.

    Jetzt könnte man natürlich sagen: Das Medikament ist ja nur für Frauen, die sich mehr Libido wünschen, und die, die es nicht tun, brauchen es ja nicht zu nehmen.
    Allerdings steht zu befürchten, dass dann in Zukunft zu dem Druck, der heute schon seitens der Medien, der Werbung usw. auf Frauen herrscht, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen, auch noch der kommt, den eigenen Sexualtrieb passend zu den gesellschaftlichen Erwartungen anzuheben.

    Mit etwas bösem Willen könnte man unterstellen, dass das Medikament von der männlich-heterosexuell dominierten Pharmaindustrie gerade dazu erfunden wurde, um die sexuelle Verfügbarkeit von Frauen für genau diese Zielgruppe zu erhöhen, und um zu bewirken, dass sich Männer weniger Mühe geben müssen.
    Dass Frauen, die in nicht-heterosexuellen Beziehungen leben (oder auch in gar keiner), davon ggf. auch einen Vorteil haben, ist da wohl nur ein positiver Nebeneffekt, der aber durch einen Rückschritt in eine patriarchalischere Gesellschaft erkauft wird.

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