Die Anderen.

Männlichkeitskultur. So nennen sie es, „das Fremde“, das sich langsam, aber unausweichlich, auf völlig überfüllten Booten über das Mittelmeer in unser schönes Deutschland einschleppt und sich nun in unsere Gesellschaft zu fressen scheint, wie eine plötzliche Krankheit oder ein lästiger Parasit.

Die Silvesternacht in Köln sitzt dem gegenwärtigen Diskurs in den Knochen. Eine junge Frau, unter dem Pseudonym „Anja Meier“, rekonstruiert bei „Hart aber fair“ die Ereignisse der Nacht: Sie war eine jener Frauen, die von einer großen Gruppe Männer* umzingelt, angefasst und anzüglich beschimpft, ausgelacht und bedrängt worden ist. Es gehen Anzeigen wegen Diebstahl, Körperverletzung und Vergewaltigung ein. Die Bilanz einer beschämenden Nacht: Mehr als 650 Anzeigen meldete die Kölner Staatsanwaltschaft bezüglich jener Übergriffe, die die Boulevardpresse medienwirksam als „Schande von Köln“ oder besonders reißerisch als „Sex-Mob“ bezeichnete. Dass das, was da in dieser Nacht in Köln passiert ist, nichts mit „Sex“ zu tun hat, sondern, wie bei jeder anderen Ausübung von sexualisierter Gewalt auch, mit der Demonstration und Sicherung von Machtstrukturen, wird durch solche Bezeichnungen weiter verschleiert. In jener Nacht sei eine Männlichkeitskultur zu Tage getreten, die Deutschland so noch nicht kennen würde, meint Ex-Familienministerin Kristina Schröder. Um Männlichkeitskonzeptionen geht es sicher. Inwiefern solche Übergriffe, die in einer besonderen Konzentration in der Kölner Silvesternacht auftraten, deutschen Frauen* jedoch tatsächlich unbekannt sind, bleibt fraglich.

Das bizarre an dem ganzen Spiel, das derzeit in Talkshows, Nachrichtensendungen und deutschen Wohnzimmern ausgetragen wird, ist, dass die Dimension der sexualisierten Gewalt, die die Frauen in der Nacht zum ersten Januar erfahren mussten, trotz des außerordentlichen Ausmaß‘ an Massivität, nach wie vor nicht das zentrale Thema der Debatte zu sein scheint. Warum wird eine Nacht, in der hunderte Frauen belästigt wurden, die Herkunft der Täter aber noch unbekannt ist, von offizieller Seite her zunächst als „ruhig“ bezeichnet, später, als sich ein möglicher Migrationshintergrund abzeichnet, zur „Schande von Köln“ stilisiert? Fakt ist, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Täter auf die Opfer und Beobachterinnen einen „arabischen“ oder „nordafrikanischen“ Eindruck machten (was auch immer dies über den wahren kulturellen Hintergrund, beziehungsweise die persönlichen Einstellungen der Täter aussagen möge). Fakt ist aber auch, dass ein Großteil jener „Taten“ die als sexualisierte Gewalt gewertet werde können (das Bedrängen von Frauen* durch Männer*, obszöne Kommentare und Zurufe, teilweise sogar das Anfassen des Körpers, einschließlich Brust, Po und Schritt, gegen den Willen der Frau*) gar nicht vernünftig nach deutschem Strafrecht zur Anzeige gebracht und verfolgt werden können.  Selbst eine Vergewaltigung wird in Deutschland nur dann als solche verurteilt, wenn sich das Opfer „angemessen“ zur Wehr gesetzt und alle „möglichen Fluchtwege“ genutzt hat – ein deutliches „Nein“ des Opfers reicht, nach wie vor, nicht aus.

Die Öffentlichkeit fordert rechtliche Konsequenzen, verschärfte Abschiebungsgesetze und Ausweisungen. Warum steht eigentlich nicht endlich die Verschärfung der Gesetze für Sexualdelikte im Fokus? Warum wundert sich niemand darüber, dass „Ausländer“, die nicht ungeschoren davon kommen sollen, nach deutschem Strafrecht für den Ausdruck „ihrer Männlichkeitskultur“ überhaupt nicht belangt werden können? Es soll also härter gegen kriminelle Ausländer durchgegriffen werden, was bei einer Vielzahl der sexualisiert geprägten Delikte der Kölner Silvesternacht aufgrund der Tatsache scheitert, dass auch Deutsche bislang für ähnliche Taten überhaupt nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten – ein Umstand, der bislang weder die Bildung einer „Bürgerwehr“, wie jetzt in Düsseldorf geschehen („um unsere Frauen zu schützen“), noch die Hells Angels auf den Plan gerufen hat. Der Eindruck entsteht, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Warum liegt es eigentlich an „deren“ Kultur, wenn mich ein Mann mit Migrationshintergrund auf der Straße anzüglich kommentiert und warum „verstehe“ ich eigentlich so oft „etwas falsch“, wenn ich mich von einem Deutschen belästigt, bedrängt oder verfolgt fühle? Ja, es lässt sich schwer leugnen, dass die Häufung der Situationen, in denen man sich als Frau* in Berlin belästigt fühlen kann, in Neukölln eine andere ist als in Mitte – aber zu behaupten, es handele sich um ein genuin „arabisches“ oder „nordafrikanisches“ Problem, ist schlichtweg falsch und dient höchstens zur Ablenkung  von allgegenwärtigen Problemen. Das Ausmaß der Ausschreitungen in Köln hat nicht in erster Linie die Mechanismen einer „fremden“ und gleichsam exotisierten Kultur zum Vorschein gebracht, sondern insbesondere den defizitären Stand unserer Gesetzeslage und nicht zuletzt unsere schizophrene Kultur, die aufgrund einer sexualisierten Machtdemonstration eines Migranten seine Existenzberechtigung in Frage stellt und nach Abschiebung schreit, während die anzügliche Bemerkung eines weißen Geschäftsmannes oder der Griff an den Po im Club, welche auf genau den gleichen Zweck abzielt, belächelnd in Schutz genommen oder zumindest auf eine Individualerfahrung heruntergespielt, wird („So sind Männer halt!“, „Hab dich nicht so!“, „Das sind ja nur Einzelfälle!“). Denn am Ende geht es in dieser Diskussion nicht um die erniedrigende, diskriminierende und unterdrückende Wirkung solcher Machtdemonstrationen auf Frauen*, sondern darum, wieviel „Recht“ der Täter zur Ausübung hat. Platt wie pathetisch formuliert: „Unsere“ Frauen* wollen wir bitteschön gerne selber belästigen!

„Die Monsterisierung asozialer, fremdartiger, bedrohlicher Menschen ist aller Wahrscheinlichkeit nach phylogenetisch verankert. Deshalb pflegen Feindbilder gegenüber rationalen Einwänden resistent zu bleiben.“ (A. Holl, 1993)

Die kolonial geprägte Brille des „zivilisierten“ Deutschen hat schon immer das Bild des sexuell „ausschweifenden, triebhaften“ und „perversen“ nicht-weißen Mannes transportiert. Dessen Begehren nach der hilflosen weißen Frau, scheint in den vergangenen Jahrhunderten zu einer archetypischen Urangst mutiert zu sein, einer Angst, die nun dazu instrumentalisiert wird, rassistische und sexistische Hierarchien weiter zu festigen. Das Herz des Rassimus nährt sich vom Drang nach Selbstverständnis durch die Schaffung von Polarität und binärer Abgrenzung. So lang man also dem „verwilderten“ und „entmenschlichten Nordafrikaner“ oder „Araber“ möglichst viel Schuld für sexualisierte Gewalt zuschreiben kann, desto besser lässt sich das eigene Defizit kaschieren und darüber hinwegtäuschen, dass diese Strukturen eben nicht ontologisch der Fremde entspringen. Werden Rassismen hier zur Dimension eines deutschen Identitätskonflikts, eines Landes, dass sich selbst gerne als besonders fortschrittlich betrachtet und strukturell verankerte Diskriminierungen gegenüber Frauen nicht in seinem Konzept unterbringen kann? Der exzessive Austausch über Folgen für die Flüchtlingspolitik wirkt in jedem Fall wie eine Farce für all diejenigen, die schon seit Jahren eine opferfreundlichere Gesetzgebung für Sexualdelikte fordern und daran kläglich scheitern, solange es sich um weiße Täter handelt. Die Überkompensation mit Worten versucht hektisch einen Zustand zu therapieren, der schon überfällig handlungsbedürftig war. „Jeder verdient die gleiche Strafe, egal aus welchem Land er kommt.“, stellt die Betroffene Anja Meier im Interview mit Plasberg klar. True dat, girl. Wenn es nur so einfach wäre.

 

 

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18 thoughts on “Die Anderen.

  1. Dass das, was da in dieser Nacht in Köln passiert ist, nichts mit “Sex” zu tun hat, sondern, wie bei jeder anderen Ausübung von sexualisierter Gewalt auch, mit der Demonstration und Sicherung von Machtstrukturen, wird durch solche Bezeichnungen weiter verschleiert.

    An dem Punkt habe ich schon aufgehört zu lesen, da kann wohl nichts kluges mehr kommen. Du denkst ernsthaft, Flüchtlinge würden gegenüber einheimischen, deutschen Personen aus einer Position der „Macht“ heraus agieren, die sie demonstrieren würden? Was für ein Quatsch. Auch wenn es dir nicht gefällt, DU bist gegenüber den Geflüchteten privilegiert, auch wenn du selbst ein arme, unterdrückte Frau bist.
    Was ist mit der sexuellen Gewalt von Frauen gegen Männer (seltener, aber gibt es), wo sind da die „Machtstrukturen“, die doch noch nur ein Unterdrückergeschlecht kennen?
    Warum werden denn nahezu ausschließlich junge, hübsche Frauen bedrängt und betatscht? Warum sollten die Täter nicht auch gegen Männer, ältere, hässliche Frauen „Macht ausüben“ wollen? Warum gibt es keine sexuelle Gewalt von schwulen Männern gegen Frauen, wenn es doch nichts mit Sex zu tun hat?
    Was soll psychologisch überhaupt ein „Machtgewinn“ gegenüber einer unbekannten Frau aus einer fremden Kultur bringen, zu der man keinerlei Beziehung hat und die Sekunden später schon wieder im Gedränge verschwindet? Das ist psychologisch nicht plausibel.

    Nein, da hast du dir, wie viele andere naive Mädels, radikalfeministischen Quark von 70er-Jahre BetonköpfInnen einreden lassen, der jeder Grundlage entbehrt. Eigentlich könntest du dir das selbst denken, aber da du kein Mann bist, ist es vielleicht schwerer und ich erklär es dir gerne.
    Für jeden Mann ist die Frage einfach zu beantworten. Wir Männer wissen, warum bzw. wann „wir“ Frauen begrapschen würden. Ich kann dir genau sagen, was 99% von uns (bei Orient-Sozialisierten ein paar Prozent weniger) völlig problemlos davon abhält, unserem TRIEB zu folgen (!), und HÜBSCHE junge Frauen anzugrapschen :

    1. Anstand, Werte
    2. Empathie
    3. Angst vor Konsequenz

    Subtrahiere Punkt 1-3, enthemme einen Mann noch zusätzlich durch Alkohol und du landest bei Silvester in Köln.

    1. Jaja, das naive kleine Mädchen, dass seine Privilegien nicht kennt, dem der Kopf von irgendwem gewaschen wurde, anscheinend keine eigene Meinung hat und natürlich auch keinen Plan von Männern, da es zu diesen vermutlich keinen Kontakt hat… gähn… witzig, dass ausgerechnet die Sorte von Antifeministen, die immer den gleichen durchdeterminierten Kommentar-Einheitsbrei von sich geben, ihre Gesprächspartnerinnen als unmündig und fremdbestimmt darstellen.
      Und ich werd jetzt sicher nicht den Erklärbär spielen und dir das 1×1 der sexualisierten Gewalt beibringen, da du offensichtlich Null Ahnung davon hast (Es werden nur junge, hübsche Frauen belästigt? Jo, alles klar…). Sorry, aber spar du dir deine und mir meine Nerven – ne Diskussion hat auf einer Ebene, die schon damit losgeht, dass du nicht mal die Einleitung des Artikels zu Ende gelesen hast, um deinen antifeministischen Vorurteilskanon runterzurattern (macht ihr das eigentlich immer so nach dem copy-paste-Prinzip oder setzt ihr die Bausteine immer wieder neu zusammen?), echt keinen Sinn.

      Schönen Abend dir noch & ciao.

      1. „(macht ihr das eigentlich immer so nach dem copy-paste-Prinzip oder setzt ihr die Bausteine immer wieder neu zusammen?)“

        Beides. Was neues kommt von denen jedenfalls selten. Der alte Pawlow lässt wohl schwer grüßen….

  2. Jetzt will ich auch mal eine Lanze für „unsere“ Männer brechen:

    Ich habe noch nie gehört das sich deutsche Männer so zusammenrotten und jagd auf Frauen, egal welcher Nationalität, machen.

    Und deutsche Männer verstehen in der Regel auch wenn es nur spass ist und sie verstehen ein Nein.

    Sollten sich deutsche Männer einmal so zusammenrotten und muslimische Frauen auf diese Weise behandeln dann ändere ich auch gerne meine Einstellung.

    Im Uebrigen ruft die Antifa auch gerne mal dazu auf gezielt deutsche Frauen zu vergewaltigen. Oder haben sie davon noch nie etwas gehört l?

    Das koennt ich ja mal zur Abwechslung bekämpfen.

    Bis dahin, und das wird nicht passieren, darf man diese Vorfälle nicht den Männern allgemein in die Schuhe schieben sondern eben Männer eines bestimmten Kulturkreises die gezielt dazu aufgehetzt werden.

    Dagegen werde ich mich immer verwehren.

    Die Stimmung ist spürbar gekippt, und das ist gut so.

    1. Ich hab schon genug deutsche Männer getroffen, die ein „Nein“ nicht akzeptiert haben.
      Verstehe den Punkt mit der Antifa nicht – Vergewaltigungsaufrufe werden erstens nicht besser oder schlechter abhängig davon, von wem sie kommen und zweitens frage ich mich, von welcher Antifa in welchem Paralleluniversum du gerade sprichst.

      Falls du dieser Form von Satire aufgesessen bist, dann empfehle ich dir dringend, dich mit dem Konzept „DER“ (haha) Antifa mal genauer auseinander zu setzen, bevor du weiter solche Fehlinformationen streust…

      1. Dann sollte die Antifa mal Kommunikation 101 lernen, wenn das immer bei allen so falsch ankommt.
        Oder ist die Idee ausgeschlossen, das die Guten scheiß Aktionen machen können?

      2. „Immer alle“? Soso.

        Ansonsten kann ich mich nur wiederholen:
        „Vergewaltigungsaufrufe werden […]nicht besser oder schlechter abhängig davon, von wem sie kommen…“
        Damit erübrigt sich auch der zweite Teil deiner Antwort…

  3. Armselig sich jetzt mit Satire rauszureden. So was widerliches ist niemals „Satire“. Vor allem nicht in Deutschland!!!

    Du schwadronierst von Sexismus usw. aber wenn zur Vergewaltigung von deutschen Frauen aufgerufen wird dann ist das für dich „Satire“?

    Ja ne…is klar. Dieses widerliche Bild von der Antifa sollte man den Opfern zeigen und gleich darauf hinweisen das sog. Feministinnen das noch für gut heissen.

    Aber wie gesagt: Die Stimmung ist gekippt und das Kleinreden von solchen Antifahetzplakaten nach Koeln wird nur das Gegenteil erreichen.

    Mal sehen was Frau Schwarzer zu dieser „Satire“ sagt…

    Ich habe selten etwas widerlicheres gesehen als dieses Plakat!!

    Auch ruft die Antifa gerne dazu auf gezielt deutsche Kinder zu ermorden…und auch hier gibt es Taten.

    Aus der Nummer lassen wir euch nicht mehr raus.

    1. „Aus der Nummer lassen wir euch nicht mehr raus“
      Wer ist denn „wir“ und wer „euch“? Seit wann bin ich Sprecherin der Antifa?
      Und was habe ich mit Alice Schwarzer am Hut? Woraus soll ich mich „rausreden“, wenn ich mit der besagten Plakataktion überhaupt nichts zu tun habe? Wo heiße ich den Aufruf der Vergewaltigung an deutschen Frauen gut? (Was ne doofe Idee wäre, da ich selber eine bin und mich in ziemlich vielen Beiträgen auf diesem Blog über sexuelle Übergriffe aufrege, die mich selber betreffen 😉 – diese Unterstellung macht einfach überhaupt keinen Sinn…)

      Also liebe Elli, mehr lesen, weniger labern und unterstellen. Was du hier machst hat nichts mit einer Diskussion zu tun, da du dich Null auf meine Meinung oder das, was ich schreibe, beziehst.

      Ich habe nicht den Anspruch, die Antifa zu verteidigen und ich habe auch aktuell nicht viel mit ihr am Hut, aber selbst zu mir ist es durchgedrungen, dass Seiten wie „Infantifa – Kinder raus aus Deutschland“ (https://www.facebook.com/KinderRausAusDeutschland/?fref=ts) Satireseiten sind. Das hat nichts mit meiner persönlicher Einstellung zu tun, ob ich das jetzt witzig finde oder nicht, aber es ist nunmal NICHT egal, welche Intention dahinter steht. Solche Seiten gibt es übrigens auch mit Rentnern, Rindern…etc. bis hin zur Seite „Arbeitskreis feministischer Muslima in der NPD“ (pssst, nur ein Tipp, aber die Macher_innen gehören auch nicht zu einer Arbeitsgruppe der NPD 😉 ).

      Ich versteh ehrlich gesagt nicht so ganz, was du hier überhaupt willst. Wenn du einfach nur ne Plattform suchst, um dich gedanklich zu erleichtern, ohne deine Gesrpächspartnerin oder den zu kommentierenden Text miteinzubeziehen, dann empfehle ich dir, einfach selbst mit dem Schreiben auf einem eigenen Blog zu beginnen, anstatt hier ein bisschen deplatziert durch die Kommentarspalten zu geistern.

  4. Rassisten lieben es, „die Fremden“ anzuklagen, Feministinnen lieben es „die Männer“ anzuklagen. Beide Anklagen sind ungerechtfertig. Aber: wen willst Du für blöd verkaufen? Deine Theorie darüber, dass das, was in Köln und woanders vorgefallen ist, unter deutschstämmigen Männern genauso verbreitet wäre, sticht nur in der feministischen Filtler-Bubble, außerhalb dessen machst Du dich schlicht lächerlich.

    Was Du hier vorführst, ist ein Paradebeispiel dafür, was ich bereits auf meinem Blog gesagt habe: Sexismus sticht Rassismus. Während dein Blick auf Rassismus geschärft ist, und Du sowas ablehnst, verurteilst Du Männer auf sexistische Weise. Beides ist ein Symptom der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.

    1. Ja, das übliche Filter-Bubble-Bla-Bla.
      Es geht hier doch nicht darum, „deutsche“ Männer mit „nicht-deutschen“ Männern gleichzustellen, alle in einen Sack zu werfen und drauf zu hauen.
      Meine Kritik richtet sich gegen ein Rechtssystem, das viele Ausdrücke sexualisierter Gewalt – egal ob durch deutsche oder nicht-deutsche Täter – schlicht und ergreifend nicht verfolgen kann. Und ich kritisiere die gegenwärtige öffentliche Debatte, die erst aufflammt, nachdem sich so ein massiver Vorfall durch nicht-deutsche Täter ereignen musste.

      Du sprichst von Filter-Bubble – witzig, das Gleiche würde ich dir auch unterstellen. Man kann echt schreiben was man will, es kommen ja doch immer die gleichen „Du verurteilst Männer“ Reaktionen. Und die These, ich würde Männer „sexistisch verurteilen“ ist ja immer schnell aufgestellt, solang man keine konkreten Zitate und Begründungen nennen muss, wa?!

  5. „Armselig sich jetzt mit Satire rauszureden. So was widerliches ist niemals “Satire”. Vor allem nicht in Deutschland!!!“

    Hey Elli, du hast natürlich recht, diese Aufrufe der Antifa gibt es, die Kriminalität der Antifa gibt es und die Antifa freut sich natürlich über die Vergewaltigungen von Köln und über Morde an Deutschen.
    Aber Muschimieze folgt ihren linken Führern treu in den Untergang, da helfen keine Pillen.

    1. Der war jetzt echt zu schade, um ihn nicht zu veröffentlichen. Von meiner Seite nur ein beherztes LOL.
      Ich muss jetzt leider los, meine linken Führer warten auf mich und ich hab noch nicht gefrühstückt. 😀

  6. (Da ich keinen „Antworten-Button“ unter deiner Antwort finde, schreibe ich hier)

    Du verstehst mich nicht, nimm diesen Satz:

    „Sie war eine jener Frauen, die von einer großen Gruppe Männer umzingelt, angefasst und anzüglich beschimpft, ausgelacht und bedrängt worden ist.“

    Hier wird nicht von „Nordafrikanern“ oder „Migranten“ geschrieben, sondern von „Männern“. Ersteres würde von sensiblen Zeitgenossen als „rassistisch“ empfunden werden, der Begriff „Männer“ hingegen wird nicht als sexistisch empfunden, obwohl es genau das ist. Genauso gut hätte man auch von „Tätern“ sprechen können – warum passiert das nicht? Dieser Begriff zielt bei weitem nicht so sehr auf das Geschlecht ab. Die meisten Männer sind friedfertig und nicht übergriffig, warum also dieser Drang, „Männer“ als solche anzuklagen?

    1. Ich verstehe den Ansatz irgendwo, zu sagen, dass der „Männer“begriff an sich eine Assoziation zum „Geschlecht“ (also „den Männern“) als solches hervorrufen kann und somit Opfer-Täter-Stereotype verfestigen kann. Das ist nicht meine Absicht und ich vertrete auch keinen Standpunkt, der Opfer und Täterrollen binär in weiblichen und männlichen Geschlechtskategorien denkt. Ich finde „Männer-“ und „Frauen“begriffe generell problematisch, weil sie eben verallgemeinernd und ausschließend sind. Innerhalb eines Bezugssystem, das sich jedoch auf diesen beiden Begriffen stützt, kommt man nun manchmal nicht drumherum, diese Begriffe in analytischer Absicht zu verwenden. Normalerweise setze ich deshalb auch meistens Sternchen hinter den „Männer-“ bzw. „Frauen“begriff, was ich an dieser Stelle anscheinend vergessen habe und nun nachholen werde.

      Warum ich an dieser Stelle den Männerbegriff verwendet habe?
      Es handelte sich nicht nur um“Nordafrikaner“(sowieso schon schwierig verallgemeinerter und unpräziser Begriff) oder nur Migranten. In dieser Nacht gingen auch einige Anzeigen gegen Deutsche, US-Amerikaner, Serben, Iraner etc. ein. Somit schließt die Bezeichnung „eine Gruppe Männer“ (die ja bereits durch den Gruppen-Begriff auf eine begrenzte Anzahl von Männern und eben NICHT auf alle Männer als solche abzielt) tatsächlich alle potenziellen Täter mit ein und ist ganz unabhängig vom Standpunkt und Blickwinkel eine präzisere Formulierung, als „Nordafrikaner“ oder „Migrant“.

      Du möchtest, dass ich den Männerbegriff durch den Täterbegriff ersetze. Das tue ich auch an anderen Stellen in dem Text. Ich finde jedoch nicht, dass der Täterbegriff wesentlich geringer geschlechtlich konnotiert ist, als der Männerbegriff. Ok, er verweist dann direkt und ausschließlich auf die „Täterschaft“, aber ich finde ehrlich gesagt nicht, dass man von der Formulierung „eine Gruppe Männer“ darauf schließen kann, dass ich „Männer“ als solche anklage. Mal ganz abgesehen davon, dass es in der Einleitung des Textes um die Beschreibung der Situation geht und viele Vorkommnisse der Silvesternacht überhaupt keinen Tatbestand darstellen (was ja wiederum Teil meiner Kritik ist 😉 ). Es handelt sich meiner Meinung nach schon um eine genderspezifische Problematik, weshalb ich mich auch auf eine Mann-Frau-Matrix sprachlich beziehe, eine generelle Männer-Anklage kann man daraus jedoch nur mit einer ganz bestimmten (deiner) Lesart machen.

      P.S. Der Antwort-Button findet sich rechts oben über den jeweiligen Kommentaren, wenn man mit dem Cursor drüber fährt.

  7. “ “Unsere” Frauen* wollen wir bitteschön gerne selber belästigen!“

    Was für ein Feindbild gegenüber Männern hinter einem solchen Satz ersichtlich ist. Anscheinend kann man wenn man diesen Satz als etwas gerechtfertigtes ansieht tatsächlich nur noch in den intersektionalen Machtgruppen denken.

    Die wenigsten Männer wollen Frauen belästigen
    Um es mal mit Robin zu sagen:

    Die meisten Frauen haben null Probleme mit Männern und die meisten Männer haben null Probleme mit Frauen. DAS ist Alltag.“

    1. Wenn es hier was zu kritisieren gibt, dann nicht mein angebliches Feindbild gegen (die!) Männer*TM, sondern die Angemessenheit der verwendeten, deutlich durch mich als pathetisch und platt markierten, Metapher (was du ja netterweise in deinem Kommentar komplett abgeschnitten hast – hat vermutlich nicht ins Bild deiner Kritik gepasst?), mit der ich lediglich versucht habe, einen Punkt zu machen.

      „Das Pathos (im 17. Jahrhundert entlehnt vom griechischen Neutrum πάθος, páthos, „Leiden(schaft)“, zum Verb πάσχειν, pás|chein, „erdulden“, „erleiden“[1]) bezeichnet in der Rhetorik ein Überzeugungsmittel der Rede.[…]Umgangssprachlich versteht man heute darunter eine emotionale, theatralische und tendenziell übertriebene Form der Artikulation.[…]Pathos erreicht man z. B. mit gewagten Metaphern, mit Figuren der Überwältigung, mit Aposiopesen oder Aporien. […]Als potenzielle Gefahr (Manipulation) wird rednerisches Pathos von der Rhetorik selbst begrenzt auf spezielle Themen und immer der ethischen Integrität des Sprechers sowie den eigentlichen Argumenten untergeordnet. Andererseits weisen auch Philosophen, wie Platon, immer wieder auf die Gefahren hin, die sich mit den Affekten – und ihrer Stimulierung durch Rede und Literatur – verbinden.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Pathos)

      „plạtt
      Adjektiv [nicht steig.]
      2.
      abwert.
      trivial.
      „eine platte und geistlose Geschichte“ “

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